Präsident der Seychellen bei Bundespräsident Van der Bellen

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Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am Mittwoch den Präsidenten der Republik Seychellen, Wavel John Charles Ramkalawan, zu einem Staatsbesuch in Wien empfangen. Im Mittelpunkt der Gespräche stand der Kampf gegen den Klimawandel. „Auf den ersten Blick mag das Alpenland Österreich und die Inselnation Seychellen vielleicht wenig gemeinsam haben. Von der Klimakrise sind wir jedoch beide in der einen oder anderen Art betroffen“, betonte Van der Bellen vor der Presse.

„Mittlerweile haben alle verstanden, dass die Klimakrise keine Erfindung von Wissenschaftern ist und schon heute stattfindet“, sagte Van der Bellen. So seien die Seychellen als Inselnation besonders vom Anstieg des Meeresspiegels betroffen. Umgekehrt werde in Österreich ein höherer Temperaturanstieg gemessen als im globalen Vergleich. Mit Ramkalawan sei er übereingekommen, „dass wir weiterhin größte Aufmerksamkeit auf ambitionierte globale Maßnahmen legen müssen“, so Van der Bellen. „Die Seychellen sind dabei eine wichtige und anerkannte Stimme im Kampf gegen die Klimakrise.“ Er freue sich daher sehr, dass sein Amtskollege am Donnerstag am Austrian World Summit teilnehmen und die Stimme der Inselnationen vertreten werde, betonte Van der Bellen.

Ramkalawan zeigte sich beim ersten Staatsbesuch eines Präsidenten der Seychellen in Österreich zunächst beeindruckt von der Darbietung der österreichischen Militärkapelle. „Beim gestrigen Nationalfeiertag wurde die Hymne nicht so schön gespielt“, meinte er und lud Van der Bellen auch gleich zu einem Staatsbesuch ein. Er betonte, dass es viele Bereiche gebe, wo beide Staaten kooperieren könnten. So sei dies neben dem Tourismus natürlich auch der Kampf gegen die Klimakrise, denn „die Stimmen von kleinen Ländern müssen gehört werden“.

„Wenn in Europa die Gletscher schmelzen, spüren wir das auf den Seychellen“, so Ramkalawan. „Wir wollen, dass die großen Länder auf uns aufmerksam werden“, betonte der Präsident des Inselstaates, schließlich gehe es um das Überleben. Die Entscheidung von US-Präsident Joe Biden, sich im Kampf gegen den Klimawandel zu engagieren, sei sehr wichtig gewesen. „Nun müssen wir aber handeln, sonst verschwenden wir unsere Zeit“, so Ramkalawan.

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Ausgetauscht habe man sich auch über den geplanten Ausbau der erneuerbaren Energieträger in beiden Ländern, sagte Van der Bellen. „Die auf den Seychellen noch stark fossil geprägte Stromerzeugung soll bis 2030 weitgehend auf erneuerbare Energieträger umgestellt werden. Da können österreichische Firmen einen Beitrag leisten“, da es hier „bereits viel Erfahrung und Know-how“ gebe, betonte der Bundespräsident.

Außerdem sei die aktuelle Pandemie-Situation in beiden Ländern ein Thema gewesen, so Van der Bellen. Er habe seinem Amtskollegen zur Durchimpfungsrate von 70 Prozent der Bevölkerung gratuliert, die weltweit zu den höchsten zähle. Da die Wirtschaft beider Länder wesentlich vom Tourismus abhängig sei, liege es im beiderseitigen Interesse, die Corona-Pandemie möglichst schnell zu überwinden, „da in unseren Ländern viele Arbeitsplätze und Familieneinkommen am Tourismus hängen“.

Die im Indischen Ozean gelegene Inselgruppe der Seychellen hat nur knapp 100.000 Einwohner. Rund 4.000 Gebäude des Staates befinden sich in der Überflutungszone. Einige kleinere bewohnte Inseln seien nicht mehr zu retten, hieß es aus der Präsidentschaftskanzlei in Wien gegenüber der APA. Die Hauptinsel Mahe mit bis zu 900 Meter hohen Bergen dagegen ist von den Auswirkungen weniger betroffen. Aufgrund der Pandemie brach der Tourismus, der etwa für 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verantwortlich ist, auf den Seychellen stark ein. Vor der Pandemie zählte Österreich zu den Top-10-Herkunftsländern bei den Touristen. So urlaubten 2018 über 10.000 Österreicher auf den Seychellen.


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