Loidolt „ist Maria Happel so recht wie manche andere auch“

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In einem Offenen Brief haben sich die Gründer der Festspiele Reichenau, Peter und Renate Loidolt, nach über 30 Jahren Festspielleitung mit einem Rückblick verabschiedet. Tags zuvor war Maria Happel seitens des Landes Niederösterreich als neue künstlerische Leiterin vorgestellt worden.

„Mir ist Maria Happel so recht wie manche andere auch“, erklärte Renate Loidolt auf APA-Nachfrage. Es werde sich wohl einiges verändern, doch habe Happel viele Jahre hindurch in Reichenau mitgewirkt. Ihre Erfahrung stehe „außer Frage“. Allerdings gehe nun eine „Ära zu Ende, die von privatem Unternehmertum im Theaterbereich gekennzeichnet war.“ Insofern bezeichnet sich das Ehepaar Loidolt als „letzte Theaterprinzipale“. Ab Jahresende übernimmt die NÖ Kulturwirtschaft den Theaterbetrieb.

Die Festspiele seien in der Lage gewesen, „weitgehend aus eigenen Mitteln (Kartenerlösen) die attraktiven Künstler-Besetzungen zu garantieren“, so Loidolt: „Die Beiträge der Öffentlichen Hand halfen bei den laufenden Investitionen und Erweiterungen in die Spielstätten, für den teuren Spielbetrieb waren öffentliche Subventionen nur ein ,Pflicht-Beitrag‘ von 15 bis 17 Prozent des Jahresbudgets. Über Jahre durften die Tourismusbetriebe der Region mit über 40.000 Besuchern während der fünf Festspielwochen fix rechnen. Im Sommer 2020 sollte der millionste Besucher begrüßt werden.“

Die Pandemie habe nach der Absage 2020 auch den neuen Anlauf mit einem wohlvorbereiteten Programm zunichtegemacht. Doch hätten laut Loidolt Karten- und Mitgliedsbeitrags-Rückzahlungen, Aufbrauch der Reserven, rücksichtslose Berichterstattung und verständnislose Prüfberichte ebenso zu diesem Ende beigetragen.


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