Real-Star Kroos beendet Karriere in deutschem Nationalteam

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Nach 106 Länderspielen beendet der frühere Weltmeister Toni Kroos seine Karriere in der deutschen Fußballnationalmannschaft. Das teilte der 31-jährige Mittelfeldspieler des spanischen Rekordmeisters Real Madrid am Freitag mit. „Die Entscheidung steht, sie ist unwiderruflich“, sagte Kroos in seinem Podcast. Es sei „immer so, dass nach Turnieren logischerweise Resümees gezogen werden.“ Er habe aber die Entscheidung bereits vor der EM getroffen, so Kroos.

„Es ist nicht so, dass ich nach dem Turnier aufgewacht bin und gesagt habe: Um Gottes Willen, das muss ich alles überdenken“, erklärte Kroos und berichtete im Gespräch mit seinem Bruder Felix davon, dass er schon 2018 darüber nachgedacht habe, seine Karriere im Nationalteam zu beenden. Dies habe „absolut nichts mit dem Ausscheiden zu tun gehabt“, er habe „rational nachgedacht“, begründete Kroos.

Dies sei „eine Entscheidung für die Familie und für mich, weil es mir auch gut tut, dass ich mehr bei der Familie bin“, sagte Kroos. Er sei „sehr gerne Nationalspieler“ gewesen, dies sei aber zulasten der Familie gegangen. Nun wolle er „mehr als Ehemann und Papa für meine Frau und meine drei Kinder da sein“. Zudem wolle er sich künftig auf Real konzentrieren, erklärte Kroos.

Als „sehr, sehr bitter“ hatte Kroos das Aus des DFB-Teams im EM-Achtelfinale gegen England bezeichnet. „Ich hätte mir sehnlichst gewünscht, und dafür habe ich nochmals alles gegeben, dass es am Ende 109 Länderspiele gewesen wären und dass noch dieser eine große Titel, der EM-Titel, zum Schluss dazugekommen wäre“, schrieb Kroos auf Instagram.

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Kroos war Joachim Löws Lieblingsspieler und bei dem nun aus dem Amt ausgeschiedenen Langzeit-Bundestrainer über ein Jahrzehnt gesetzt. Kein Feldspieler kam häufiger oder länger zum Einsatz unter Löw als der Mann mit der Nummer acht. „Er hat mich zum Nationalspieler und Weltmeister gemacht. Er hat mir vertraut. Wir haben lange eine Erfolgsgeschichte geschrieben“, schrieb Kroos seinen Dank an Löw.

Für den Ex-Bundestrainer war Kroos ein Spieler mit überragenden Qualitäten sowie „ein großer Leader auf und neben dem Platz“, wie Löw es in seinen Dankesworten formulierte: „Toni hat 106 Länderspiele, unser gemeinsamer langer Weg und unser Triumph in Brasilien werden uns für immer verbinden.“ Der neue Teamchef Hansi Flick bedauert den Rücktritt „wirklich sehr“, wie er auf der Verbandswebseite erklärte. „Ich kann seine Beweggründe und seine Entscheidung jedoch nachvollziehen“, so Flick.

2014 wurde Kroos mit der DFB-Elf in Brasilien Weltmeister, viermal war er Champions-League-Sieger mit dem FC Bayern (2013) und Real Madrid (2016-2018). Er war Club-Weltmeister, deutscher und spanischer Meister, dazu Pokalsieger.

Im März 2010 gegen Argentinien (0:1) hatte Kroos für Deutschland debütiert, bestritt bei jeweils drei Welt- und Europameisterschaften insgesamt 28 Spiele und schoss drei Tore. In Erinnerung bleiben wird vor allem auch sein Tore-Doppelpack innerhalb von 69 Sekunden beim furiosen 7:1-Sieg im WM-Halbfinale 2014 gegen Gastgeber Brasilien.


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