Mehr als 40 Migranten vor Küste Tunesiens vermisst

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Nach einem Bootsunglück vor der Küste Tunesiens werden 43 Migranten vermisst. Ihr Boot sei bei der versuchten Überfahrt aus Libyen in Richtung Europa gesunken, sagte ein Sprecher des tunesischen Roten Halbmonds am Samstag. 84 Menschen seien gerettet worden. Diese stammten aus dem Sudan, Eritrea und Bangladesch und seien zum Hafen der tunesischen Stadt Zarzis gebracht worden. Die Unterkünfte für Migranten in Tunesien seien überfüllt, sagte der Sprecher.

Immer wieder machen sich Menschen in der Hoffnung auf Arbeit und ein besseres Leben von Tunesien und Libyen aus auf die lebensgefährliche Überfahrt nach Europa. Auf dieser Mittelmeerroute kamen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge in der ersten Jahreshälfte mehr als 170 Menschen ums Leben, etwa 460 werden vermisst. Vergangenen Monat wurden bei einem Bootsunglück vor Tunesiens Küste 267 Menschen gerettet.

Unterdessen wurden laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 14 Leichen von Migranten am Strand von Zawia in Libyen gefunden. Dies berichtete IOM-Sprecherin Safa Msehli auf Twitter. „Eine traurige Erinnerung daran, dass viele Menschen im Mittelmeer in unsichtbaren Schiffswracks ertrinken, weil es keine effektive und verantwortungsvolle staatliche Suche und Rettung gibt“, betonte Msehli.

Die deutsche Hilfsorganisation Sea Watch erstattete unterdessen bei der Staatsanwaltschaft des sizilianischen Stadt Agrigent Anzeige, nachdem ein libysches Patrouillenboot Schüsse auf ein mit Migranten besetztes Boot abgegeben hatte. Die libysche Küstenwache leitete nach der Veröffentlichung des Videos, das von einem Flugzeug einer NGO aufgenommen wurde, eine interne Untersuchung ein.

Die Behörden auf Sizilien hatten zuvor das Seenotretterschiff „Geo Barents“ der Organisation Ärzte ohne Grenzen festgesetzt. Am Freitag hätten Kontrolleure in der Hafenstadt Augusta das Schiff über mehrere Stunden inspiziert, teilte Ärzte ohne Grenzen am Samstag mit. Die „Geo Barents“ werde nun wegen Mängeln festgehalten. Ärzte ohne Grenzen sieht nach eigenen Angaben hinter den Kontrollen das Ziel der Behörden, gegen Schiffe von privaten Hilfsorganisationen diskriminierend vorzugehen.

Immer wieder halten die italienischen Behörden Schiffe der privaten Seenotretter fest. Betroffen sind derzeit die „Sea-Eye 4“ und die „Sea-Watch 4“. Die zuletzt festgesetzte „Sea-Watch 3“ bekam nach Angaben einer Sea-Watch-Sprecherin die Genehmigung, in ihren spanischen Heimathafen Burriana zu fahren, um Mängel zu beheben. Oft beanstanden die Behörden ihre Ausrüstung oder dass sie für ihre Einsätze in der falschen Klasse kategorisiert sind.


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