Federer, Medwedew, Zverev und Berrettini in Wimbledon weiter

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Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer kommt in Wimbledon nach seinem Auftakt-Zittersieg gegen Adrian Mannarino (FRA) immer besser in Fahrt und steht bereits im Achtelfinale. Am Samstag hatte der Schweizer in der dritten Runde mit dem Briten Cameron Norrie (Nr. 29) einen unangenehmen Gegner zu bespielen, besiegte den Lokalmatador aber 6:4,6:4,5:7,6:4. Weiter kamen bei den Männern u.a. auch Daniil Medwedew (RUS-2), Alexander Zverev (GER-4) und Matteo Berrettini (ITA-7).

Für den als Nummer sechs gereihten Federer ist es sein 18. Achtelfinale bei diesem Major, weiter geht es für ihn am Montag gegen den Italiener Lorenzo Sonego (23). Norrie hatte der Eidgenosse gut im Griff, eine kleine Schwächephase ab 5:5 im dritten Satz bedeutete jedoch den Satzverlust. Am Ende stand sein 104. Wimbledon-Matchsieg. Federer hat damit weiter noch nie in einer dritten Wimbledon-Runde verloren, auch in Achtelfinali war das bisher nicht der Fall - keine guten Aussichten für Sonego.

Medwedew schaffte gegen den 2017-Finalistin Marin Cilic (CRO-32) das Kunststück, einen 0:2-Satzrückstand aufzuholen. Am Ende stand nach 3:36 Stunden im letzten Einzel-Achtelfinale des Turniers ein 6:7(3),3:6,6:3,6:3,6:2-Sieg des Weltranglistenzweiten. Der hat erstmals ein „best of five“-Match auf diese Weise gewonnen und trifft nun auf Hubert Hurkacz (POL-14). Gewinnen Federer wie Medwedew auch ihr jeweils nächstes Match, käme es im Viertelfinale zum Aufeinandertreffen der beiden.

Zverev kämpfte sich gegen Taylor Fritz (31) zu einem 6:7(3),6:4,6:3,7:6(4)-Erfolg gegen den US-Amerikaner. „Es war ein Match, in dem ich nicht mein bestes Tennis gespielt habe“, zeigte sich der US-Open-Finalist 2020 selbstkritisch. „Aber ich bin froh, dass ich jetzt in der zweiten Woche bin.“ Vor seinem Achtelfinalgegner Felix Auger-Aliassime (16) hat Zverev Respekt: „Er fühlt sich auf Rasen extrem wohl. Wir haben dreimal gegeneinander gespielt, aber nie auf Rasen. Es wird interessant.“

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Der Kanadier Auger-Aliassime profitierte beim Satzgleichstand von 1:1 von der Aufgabe von Nick Kyrgios. Der australische Publikumsliebling konnte wegen Problemen mit den Bauchmuskeln nicht weiterspielen. „Ich habe lange nicht auf diesem Niveau gespielt“, sagte Kyrgios. „Wenn du gegen einen wie Felix spielst, brauche ich mein Service als Waffe.“ Seinen Aufschlag konnte der 26-Jährige freilich nicht mehr wie erforderlich einsetzen.

Geheimfavorit Berrettini feierte einen 6:4,6:4,6:4-Sieg über den Slowenen Aljaz Bedene und steht damit zum zweiten Mal in London in der Runde der letzten 16. Alle Aufsteiger werden nach dem traditionellen Ruhetag am ersten Turnier-Sonntag am Montag ihre Achtelfinali bestreiten. Federer ist mit seinen 39 Jahren und knapp elf Monaten übrigens der älteste Spieler in der zweiten Wimbledon-Woche seit Ken Rosewall 1975, als der Australier dies 40-jährig bewerkstelligt hat.

Bei den Frauen sorgten Angelique Kerber und Coco Gauff für den erhofften Generationen-Hit im Achtelfinale. Die 33-jährige Deutsche besiegte Alexandra Sasnowitsch aus Belarus 2:6,6:0,6:1 und steht erstmals seit ihrem Titelgewinn 2018 wieder unter den letzten 16 von Wimbledon. Die 17-jährige Gauff gewann gegen die Slowenin Kaja Juvan 6:3,6:3.

French-Open-Siegerin Barbora Krejcikova feierte mit einem 7:6(1),3:6,7:5 gegen Anastasija Sevastoa (LAT) ihren 15. Sieg in Folge. Die nächste Aufgabe für Krejcikova könnte wohl schwieriger nicht sein, heißt die Gegnerin doch Ashleigh Barty. Die Weltranglistenerste aus Australien mühte sich über 97 Minuten, ehe sie gegen Krejcikovas tschechische Doppelpartnerin Katerina Siniakova mit 6:3,7:5 den Aufstieg fixiert hatte. „Eine unglaubliche Herausforderung“, meinte Barty über ihr Achtelfinale.

Für die für die Briten erfreuliche Sensation sorgte die erst 18-jährige Emma Raducanu. Als Nummer 338 der Welt steht sie nach einem 6:3,7:5 über Sorana Cirstea (ROU) bei ihrem Grand-Slam-Debüt im Achtelfinale. Geboren in Kanada mit einer chinesischen Mutter und einem rumänischen Vater, steht sie für das multikulturelle London. Sie trifft jetzt auf Ajla Tomljanovic (AUS).

Aus österreichischer Sicht bejubelte Oliver Marach den Einzug ins Doppel-Achtelfinale. Mit Aisam-Ul-Haq Qureshi (PAK) gab er in Runde zwei Lloyd Harris/Alex Popyrin (RSA/AUS) 7:6(6),3:6,6:3 das Nachsehen. Marachs Olympia-Doppelpartner Philipp Oswald musste sich mit Marcus Daniell (NZL) Tomislav Brkic/Nikola Cacic (BIH/SRB) 3:6,6:1,12:13(6) geschlagengeben.


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