Mehrere Bundesländer planen Impf-Aktionen ohne Anmeldung

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In Tirol und in Wien hat es am Wochenende Impfaktionen gegen das Coronavirus ohne Anmeldungen gegeben, der Andrang war groß. Nun planen mehrere Bundesländer derartige niederschwellige Angebote. Verimpft wird dabei großteils das Einmal-Vakzine Johnson & Johnson. Details dazu werden teilweise aber erst ausgearbeitet. Im Burgenland wiederum ist eine solche Aktion nicht geplant, hieß es am Montag. In Oberösterreich wird damit bereits diese Woche gestartet.

In Tirol wurden am vergangenen Impfsonntag 13.000 Erstimpfungen verabreicht, die Aktion soll ob des großen Ansturms am kommenden Wochenende wiederholt werden. Grundvoraussetzung, um bei der Impfung ohne Voranmeldung in Frage zu kommen, ist ein dauerhafter Wohnsitz oder eine berufliche Tätigkeit in Tirol. Alle Impfzentren in Tirol seien bereits im Vorfeld angehalten worden, ihre Arbeitsprozesse bei der Registrierung entsprechend auszulegen, informierte das Land auf APA-Anfrage. So seien etwa Arbeitsbescheinigungen eingefordert worden. Der Großteil der impfbereiten Personen habe die vorgegebenen Voraussetzungen erfüllt, hieß es.

In Wien wird beim Film-Festival am Rathausplatz immunisiert. Der Auftakt erfolgte am Wochenende, der Andrang war dort groß. Auch zum Austria Center sind am Montag zahlreiche Menschen geströmt, um sich ganz ohne Voranmeldung immunisieren zu lassen. Bis Sonntag (11. Juli) können sich dort Interessierte, die bisher noch nicht dran gekommen und älter als 18 Jahre alt sind, impfen lassen.

Zur Anwendung kommt dabei das Präparat von AstraZeneca. Der Zweitstich soll vier Wochen später erfolgen. Bis 13.00 Uhr waren am Montag bereits 600 Leute erschienen. Das teilte ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) der APA auf Anfrage mit. Insgesamt sind 1.500 Dosen pro Tag für die Aktion reserviert. Menschen, die regulär einen Termin gebucht haben, sollen deswegen nicht in einer längeren Schlange stehen. Die Interessenten, die zur Sonderaktion erscheinen, werden in eine andere Halle geleitet.

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Eine Art „Impftag light“ hat das Land Vorarlberg am vergangenen Wochenende versucht. Zusätzlich zu den terminisierten Erst- und Zweitimpfungen waren am Samstag überraschend zusätzliche 500 freie Impfplätze für den Sonntag angeboten worden, wenn man sich am Samstag noch anmeldete. Die Nachfrage lag bei rund 750 Personen. Ob diese oder andere niederschwelligen Angebote wiederholt werden, steht noch nicht fest. Bereits am Montag der Vorwoche hatte Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (VP) auf APA-Anfrage erklärt, dass man sich genau ansehen werde, wie der „Impftag“ in Tirol verlaufe und gegebenenfalls übernehmen. Grundsätzlich werde aber vorerst an der neuen Impfstrategie festgehalten, wonach die Impfstraßen des Landes Ende Juli geschlossen und die Impfungen „in die Eigenverantwortung der Bürger“ zu den Hausärzten verlagert werden.

gibt es nach wie vor Termine in den Impfstraßen und Arztpraxen. In Neumarkt im Mühlkreis können sich Gemeindebürger ebenfalls ab Mittwoch die Immunisierung mit dem Einmal-Impfstoff in zwei Wirtshäusern in Dingdorf und Trosselsdorf sowie am Freitag in der Firma Schinko holen.

Im Burgenland ist keine Impfaktion ohne Anmeldung vorgesehen. „Wir planen das nicht, weil es dadurch einen extremen Impfstoffverwurf geben kann“, erklärte Impfkoordinator Markus Halwax gegenüber der APA und verwies auf die Planbarkeit durch eine Terminvergabe. Jeder, der für eine Impfung im Burgenland angemeldet ist, wird auch zu einem Termin eingeladen, es gebe keine Altersbeschränkung mehr. Auch müsse man sich dank einer Terminvergabe nicht anstellen, so Halwax weiter. Ab etwa Mitte August sollen die Impfungen nicht mehr in den sieben Burgenländischen Impf- und Testzentren (BITZ) stattfinden, sondern bei niedergelassenen Ärzten. Sollte es die Impfzentren im Herbst wieder brauchen, könnten sie theoretisch erneut hochgefahren werden. Wie mit den Testungen in diesen Zentren weiter vorgegangen wird, sei noch offen, so Halwax.

Ob es in Niederösterreich ebenfalls ein nicht an eine Terminvereinbarung gebundenes und damit niederschwelliges Angebot von Corona-Schutzimpfungen geben wird, war am Montag noch in Schwebe. Seitens des Landes wurde angekündigt, dass das Thema - neben mehreren weiteren - im Laufe der Woche im Rahmen einer Lagebesprechung mit Experten behandelt werden wird.

Die Steiermark plant im Sommer zahlreiche Sonder-Impfaktionen wie etwa einen „Stich-Tag“ in drei steirischen Einkaufszentren. Am 17. Juli wird es einen Impftag für alle Kurzentschlossenen in den Impfstraßen von Graz, Bruck/Mur, Premstätten und Gleisdorf, von 8.00 bis 18.00 Uhr, ohne Anmeldung und mit AstraZeneca. Zwischen 15. und 31. August wird es in drei Shoppingcentern - dem Murpark und dem Citypark in Graz sowie dem LCS in Leoben - Immunisierungen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson geben. Die genauen Tage stehen noch nicht fest. Es werde auch keine Kontrollen geben, woher die Impfwilligen stammen, hieß es auf Anfrage aus dem steirischen Gesundheitsressort.


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