Großer IS-Prozess am Wiener Landesgericht startet

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Am Wiener Landesgericht beginnt am Mittwoch ein Prozess gegen sieben Angeklagte, die sich für die radikalislamistische Terror-Miliz „Islamischer Staat“ betätigt haben sollen. Um den Hauptangeklagten Turpal I. gab es zuletzt Schlagzeilen, weil er nach Ablauf der auf 2 Jahre begrenzten U-Haft Anfang Mai auf freien Fuß gesetzt wurde. Er wird seither dem Vernehmen nach vom Verfassungsschutz überwacht, laut seinem Verteidiger Florian Kreiner wird er sich dem Verfahren stellen.

Der gebürtige Tschetschene soll mit seiner Ehefrau und der gemeinsamen Tochter Ende August 2013 über die Türkei nach Syrien gereist sein und unter dem Kampfnamen Abu Aische im Bürgerkrieg für den IS gegen das Assad-Regime gekämpft haben. In der nordsyrischen Stadt Hraytan soll Turpal I. die Erschießung von Bewohnern eines Hochhauses sowie drei als Sklavinnen gefangen genommener Frauen angeordnet haben, in einer Kleinstadt nördlich von Aleppo soll er laut Anklage zumindest sieben Schiiten mit Messern die Köpfe abschneiden haben lassen. Sein Verteidiger weist das zurück. Turpal I. habe sich zwar in Syrien aufgehalten, sei aber an keinen terroristischen Straftaten beteiligt gewesen, betont Kreiner. Die Verhandlung ist bis Ende Juli anberaumt.


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