Projekt „Alles gurgelt“ durchbricht Vier-Millionen-Marke

  • Artikel
  • Diskussion

Österreich steht bei der Coronatest-Frequenz an der Weltspitze, die Bundeshauptstadt Wien indes im Bundesländervergleich bei den aussagekräftigeren PCR-Tests unangreifbar auf dem ersten Platz. Zuletzt lag deren PCR-Anteil meist bei über 90 Prozent. Grund dafür ist „Alles Gurgelt“, das Projekt für flächendeckende kostenlose Gurgeltests. Die Marke von vier Millionen werde noch in dieser Woche durchbrochen, hieß es von der Wiener Wirtschaftskammer über das „Erfolgsprodukt“.

„Man kann die Menschen nur dann in großem Ausmaß zum Test bewegen, wenn das Angebot niederschwellig ist - und das ist mit diesem Produkt gelungen und macht meines Erachtens auch seinen Erfolg aus“, bilanzierte der Wiener Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck im Gespräch mit der APA über die für den Anwender kostenlosen Test. Die Wiener WK hat das Projekt gemeinsam mit der Stadt Wien, dem Rewe-Konzern, dem Labor Lifebrain, dem Technikpartner Lead Horizon sowie der Post auf die Beine gestellt. Bereits im Oktober des vergangenen Jahres offenbarte sich die Wichtigkeit dieses Projekt, erinnerte Ruck. Durch die Mutationen und der dadurch erhöhten Ansteckungswahrscheinlichkeit auf für bereits Geimpfte, bliebe der PCR-Test weiterhin ein wichtiges Instrument.

Die Möglichkeit des PCR-Tests steht und fällt dabei mit der Logistik, denn mit der Durchführung des Tests zu Hause beginnt die Uhr bereits zu ticken, nachdem das entsprechende Zertifikat 72 Stunden danach die Gültigkeit verliert. Für diesen Zwischenschritt zum Labor war und ist die Post verantwortlich. „Aus der Perspektive der Post AG sind wir glücklich mit dem Projekt die Leistungsfähigkeit unserer Logistik unter Beweis stellen zu können. Diese wird für gewöhnlich nur dann bemerkt, wenn sie nicht funktioniert - das ist ähnlich wie bei der IT“, zeigt sich Georg Pölzl, CEO der Österreichischen Post AG, mit dem bisher Erreichten zufrieden, denn schließlich erwies sich das Projekt „Made in Austria“ bisher in allen Belangen als ein äußerst erfolgreiches Unterfangen im Kampf gegen die Coronapandemie. Erst kürzlich wurden von der Post im Auftrag der Stadt Wien 1,17 Millionen Testkits an alle Wiener Haushalte zugestellt.

Der Erfolg von „Alles Gurgelt“ führte auch dazu, dass bereits mehrere Anfragen aus anderen EU-Staaten kamen, aus einigen Nachbarländern, aber auch aus Paris oder Spanien wurden Interesse bekundet. Gestern, Donnerstag, kündigte der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) bei einem Treffen der Hauptstadtbürgermeister von Deutschland, Österreich und der Schweiz zudem an, das Projekt seinen Amtskollegen in Berlin und Bern vorstellen zu wollen.

"Kaiserschmarrndrama": 50x2 Karten für den Premieretag gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

In Wien sind indes weiterhin täglich 55 Post-Fahrzeuge und rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Post für „Alles Gurgelt“ im Einsatz und legen dafür im Schnitt 3.500 Kilometer pro Tag zurück. Und auch an die Postler selbst werden im Schnitt wöchentlich 4.300 Gurgeltests ausgegeben, insgesamt sind es aber inzwischen rund 300.000 Tests pro Woche, die durchgeführt werden.

„Alles Gurgelt“ wuchs jedoch langsam auf die Größe heran, denn in der Pilotphase vom 25. Jänner bis Ende März waren es noch 5.600 Tests pro Woche, die während dieses Zeitraums auf 108.000 Test pro Woche hochskaliert wurden. Dann kam die Vollausrollung, also die Testmöglichkeit für alle Wiener Bürger und nicht nur für die Mitarbeiter derjenigen Firmen, die schon beim „Pilot“ dabei waren.

Mit 175.000 Tests ging es in der ersten Woche los, berichtete die Wirtschaftskammer, von April bis Mitte Mai stieg die wöchentliche Testfrequenz dann auf 250.000, von da bis Mitte Juni ging es noch einmal auf rund 350.000 Tests pro Woche hoch, ehe man jetzt wieder bei den genannten 300.000 landete. Wie es in Zukunft weitergehen wird, dahin gehend zeigt sich WK-Präsident Ruck optimistisch: „Ich hoffe, dass wir mit der Durchimpfung dagegenhalten und wir nicht noch einmal zu unerwünschten Maßnahmen greifen müssen“, lautet die Antwort auf die Frage, ob im Herbst mit einer drohenden nächsten Welle zu rechnen sei.


Kommentieren


Schlagworte