Messi hofft im Maracana mit Argentinien auf spätes Glück

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Brasilien gegen Argentinien, Neymar gegen Messi: Beim Endspiel der Copa America im legendären Maracana-Stadion von Rio de Janeiro kommt es am Samstag (Anpfiff 21.00 Uhr/02.00 Uhr MESZ) zum Kräftemessen der südamerikanischen Fußballgroßmächte. Im Finale zwischen der Albiceleste und der Selecao könnte Lionel Messi endlich seinen ersten großen Titel im Argentinien-Trikot holen.

Die Copa America im Nachbarland Brasilien dürfte für den derzeit vertragslosen Superstar die letzte realistische Chance auf einen großen Titel mit der Nationalmannschaft sein. Dreimal erreichte der 34-Jährige mit der Albiceleste das Copa-Finale, 2014 wurde er Zweiter im WM-Finale - lediglich 2008 siegte er mit Argentinien bei Olympia. Auf einen Triumph bei Großturnieren wartet nicht nur Messi, sondern das gesamte Land schon 28 Jahre. Sieben Jahre nach dem Weltmeistertitel gewannen die Argentinier 1993 zuletzt die Copa America.

Messi könnte einen weiteren persönlichen Rekord einstellen: Trifft er im Finale mindestens einmal, zieht er mit der brasilianischen Legende Pele (77 Tore) als erfolgreichster Torschütze Südamerikas gleich. Und dies ausgerechnet im Traumfinale. „Ich will Argentinien“, sagte etwa Brasilien-Star Neymar bevor das Duell feststand. „Im Endspiel wird der Sieger dann Brasilien sein.“ Dafür spricht, dass Brasilien die bisherigen fünf Austragungen der Copa America im eigenen Land allesamt gewinnen konnte.

Viermal sind Neymar und Messi mit ihren Nationalmannschaften bisher aufeinandergetroffen. Die Bilanz ist ausgeglichen - zweimal gewann Brasilien, zweimal Argentinien. Auch in der Gruppenphase der diesjährigen Copa America präsentierten sich die beiden Mannschaften ähnlich. Sowohl Brasilien als auch Argentinien wurden mit je drei Siegen und einem Unentschieden Gruppensieger. Auf dem Weg ins Finale eliminierte Brasilien dann Chile und Peru, Argentinien setzte sich gegen Ecuador und Kolumbien durch.

Argentinien könnte mit einem Sieg im Endspiel mit dann 15 Siegen mit Rekordsieger Uruguay gleichziehen, für Brasilien wäre es der zehnte Sieg bei der Südamerika-Kontinentalmeisterschaft. 6.500 Zuschauer dürfen dabei sein. Das entspricht zehn Prozent der möglichen Kapazität im Maracana-Stadion.

„Brasilien mit Neymar wird sehr schwierig sein“, sagte Messi zuletzt und meinte über seinen ehemaligen Kollegen beim FC Barcelona: „Wir kennen sein Potenzial, wissen was Ney individuell leistet.“ Andererseits machen sich auch die Brasilianer keine Illusionen darüber, zu was Messi auf dem Spielfeld fähig ist. „Er ist ein Biest, ein großartiger Spieler, der die Partie aus dem Gleichgewicht bringen kann“, sagte Verteidiger Marquinhos. „Wir haben großen Respekt vor ihm, aber jetzt lassen wir die Bewunderung beiseite. Es wird Krieg auf dem Spielfeld sein und der Bessere wird gewinnen.“

Unklar ist weiter, wie es mit Messi und Barcelona weitergeht. Der Präsident der spanischen Fußball-Liga, Javier Tebas, hat sich skeptisch über die Chancen eines neuen Vertrages geäußert. Hintergrund sind Regeln zum Financial Fairplay in Spanien, mit denen die Liga Obergrenzen der zulässigen Gesamtsumme bei Gehaltszahlungen festlegt. Um Messi auch künftig ein hohes Gehalt zahlen zu können, lässt der FC Barcelona laut Medien einige Profis ablösefrei ziehen. Der Vertrag ist am 30. Juni ausgelaufen. Medien in Barcelona und in Argentinien behaupten aber, Messi wolle in Barcelona bleiben.


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