Mehrheit für Amtsenthebungsverfahren gegen Bolsonaro

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In Brasilien ist einer Umfrage zufolge erstmals eine Mehrheit der Bevölkerung für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Staatspräsident Jair Bolsonaro. Für den Schritt hätten sich 54 Prozent der Befragten ausgesprochen, 42 Prozent seien dagegen, teilte das Meinungsforschungsinstitut Datafolha am Samstag mit. Bei der letzten Umfrage derselben Meinungsforscher im Mai war der Anteil von Befürwortern und Gegnern noch praktisch gleich gewesen.

51 Prozent der Befragten gaben an, Bolsonaro mache einen „schlechten“ beziehungsweise „schrecklichen Job“. Im Mai hatte der Prozentsatz bei 45 gelegen. Für die jüngste Erhebung wurden am Mittwoch und Donnerstag mehr als 2000 Menschen befragt.

Bolsonaros Zustimmungsrate lag dabei wie im Mai bei 24 Prozent. Im Dezember 2020 hatte sie mit 37 Prozent einen Höchststand erreicht. Bei einer Präsidentenstichwahl würde der 66-Jährige seinem Rivalen, dem linksgerichteten Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva, mit 31 zu 58 Prozent unterliegen. In Brasilien finden im kommenden Jahr Präsidentschaftswahlen statt.

Bolsonaro wird vorgeworfen, durch Verharmlosung der Pandemie die rasante Ausbreitung des Coronavirus im größten Land Lateinamerikas befördert zu haben. Er hatte die von dem Coronavirus ausgelöste Krankheit Covid-19 als „kleine Grippe“ bezeichnet und Maßnahmen brasilianischer Bundesstaaten und Kommunen zur Eindämmung des Virus wegen ihrer Auswirkungen auf die Wirtschaft kritisiert.

Auch zog er die Wirksamkeit der Impfstoffe in Zweifel. Bis heute kommt die Impfkampagne vor allem wegen Lieferengpässen nur schleppend voran.

Brasilien gehört zu den am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern der Welt. Nach offiziellen Angaben starben bisher mehr als 530.000 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion. Nur in den USA gibt es noch mehr Corona-Todesfälle.


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