Donnarumma als erster Torhüter Spieler des Turniers

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Gianluigi Donnarumma ist als erster Torhüter bei einer Fußball-EM zum Spieler des Turniers gewählt worden. Der 22-Jährige nahm die Auszeichnung am Sonntagabend nach dem im Elfmeterschießen gewonnenen Finale gegen England in London entgegen. Er selbst war mit zwei parierten Penaltys zum Helden avanciert. Schon im Halbfinale gegen Spanien hatte Donnarumma den entscheidenden Elfmeter gehalten.

„Es ist ein Verdienst der ganzen Mannschaft, aller Spieler“, sagte Donnarumma über die Auszeichnung. Er selbst war aber ein entscheidender Faktor, um Italien überhaupt erst ins Endspiel zu bringen. In der K.o.-Phase gegen Österreich, Belgien, Spanien und England war der 1,96-m-Mann mehrmals gefordert. Mehr als ein Gegentor hat er aber in seinen vergangenen 32 Länderspielen für Italien nie kassiert. Nur beim Debüt am 1. September 2016 gegen Frankreich (1:3) waren es drei.

Damals war Donnarumma gerade einmal 17 Jahre und 189 Tage alt. Für seinen Club AC Milan hütete das Ausnahmetalent, das in Italien längst als legitimer Nachfolger für die Torhüter-Legenden Dino Zoff und Gianluigi Buffon gilt, bereits mit 16 Jahren und 242 Tagen das Tor. Nach der EM wird der Mann aus Neapel die Mailänder allerdings verlassen. Sein Vertrag bei Milan ist ausgelaufen, eine Unterschrift unter einen Millionenvertrag bei Paris Saint-Germain gilt nur noch als Formsache - so sie denn noch nicht erfolgt ist.

Donnarumma wechselt als Europameister nach Paris. „Es ist ein unglaublicher Traum, Burschen. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Wir haben Geschichte geschrieben“, sagte der Schlussmann nach Italiens zweitem EM-Titelgewinn. „Wir haben eine super Gruppe, nur wenige haben an uns geglaubt. Es ist zu schön.“ Auch die Atmosphäre im Wembley-Stadion, in dem der Großteil der Zuschauer lautstark England unterstützte, hätte sein Team angestachelt.

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Im Elfmeterschießen versagten erst Englands Marcus Rashford die Nerven. Donnarumma wäre in der falschen Ecke gewesen, der Manchester-United-Jungstar traf aber nur die Stange. Im Anschluss parierte Donnarumma gegen Dortmunds Jadon Sancho und schließlich auch den entscheidenden Versuch von Arsenals Bukayo Saka. Seine Reaktion zeigte, was er ist: ein cooler Hund. Donnarumma ballte nicht einmal die Faust, sondern Schritt fast regungslos aus seinem Tor - bis ihn seine Mitspieler schließlich doch unter sich begruben.


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