Rebellen in äthiopischer Regierung Tigray greifen wieder an

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Die Aufständischen in der äthiopischen Krisenregion Tigray haben nach eigenen Angaben eine neue Offensive gestartet und die wichtige Stadt Alamata eingenommen. Die Regierungstruppen und die Amhara-Streitkräfte seien im südlichen Gebiet Raya „vollständig in die Flucht geschlagen“ worden, sagte Getachew Reda, Sprecher der Aufständischen, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.

„Wir konnten den größten Teil des Südens von Tigray sichern, einschließlich Korem und Alamata“, teilte Reda mit. Die äthiopische Regierung hatte vor zwei Wochen einen einseitigen Waffenstillstand ausgerufen.

Alamata ist die wichtigste Stadt im Süden von Tigray. Laut Reda wird auch im Westen Tigrays gekämpft. Der Süden und Westen der Region wurde bisher von den Streitkräften der benachbarten Region Amhara kontrolliert, welche die Regierung im Konflikt mit den Aufständischen unterstützen.

Die Berichte über Gebietseroberungen sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen, da sämtliche Kommunikationswege in Tigray unterbrochen sind. Das äthiopische Militär ließ eine AFP-Anfrage zunächst unbeantwortet.

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Äthiopische Regierungstruppen hatten im November die in Tigray regierende TPLF angegriffen. Ministerpräsident Abiy Ahmed, der 2019 den Friedensnobelpreis erhalten hatte, begründete den Einmarsch damit, dass Aufständische zuvor Militärbasen angegriffen hätten. Kurz darauf erklärte er die TPLF für besiegt.

Doch auch Monate später gingen die Kämpfe weiter. Immer wieder gab es Berichte über Gewaltexzesse und zahlreiche zivile Opfer. Ende Juni verkündete die Regierung in Addis Abeba dann die einseitige Waffenruhe, nachdem die Aufständischen in die Regionalhauptstadt Mekelle einmarschiert waren.


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