Corona - Rotes Kreuz Salzburg gibt Test- und Impfaufgaben ab

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Das Rote Kreuz Salzburg, das seit Beginn der Coronakrise maßgeblich am Testen und Impfen im Bundesland beteiligt war, zieht sich nach dem Sommer aus dem Corona-Einsatz zurück. Wie „Salzburger Nachrichten“ und „Kronen Zeitung“ am Mittwoch berichteten, hat sich die Einsatzorganisation nicht mehr für die Impf- und Testaufträge des Landes beworben und will sich auf Kernaufgaben konzentrieren. Noch ist offen, wer ab wann künftig in Salzburg testen und impfen wird.

„Wir haben nicht mehr an der Ausschreibung des Landes teilgenommen“, bestätigte die Sprecherin des Roten Kreuz Salzburg, Roberta Thanner, die Medienberichte. Man wolle sich wieder den Aufgaben Rettungs- und Notfalldienst, Krankentransporte, Blutspendedienst und Katastropheneinsatz widmen. Wie lange man dabei noch die Corona-Maßnahmen für das Land durchführt, stehe noch nicht fest. „Es gibt keinen Stichtag. Zuerst soll die Frage der Nachfolge geklärt werden.“

Wie Landesrettungskommandant Anton Holzer in den „Salzburger Nachrichten“ sagte, seien viele Führungskräfte und Mitarbeiter mit bis zu der Hälfte ihrer Tätigkeit mit dem Covid-Thema beschäftigt gewesen. Geld habe bei den Ausschreibungen des Landes keine Rolle gespielt. „Wir sind ein gemeinnütziger Verein. Das Rote Kreuz ist nicht auf Gewinn ausgerichtet.“ Es seien lediglich der Aufwand und Materialkosten an das Land weiterverrechnet worden. „Wenn es gewerbliche Interessenten gibt, sollen die das machen“, sagte Holzer zur Zeitung.

Das Land hat mit der Abwicklung der Nachfolge eine auf Vergaberecht spezialisierte Kanzlei beauftragt. Gestern, Dienstag, endete die Bewerbungsfrist. Angaben zur Zahl der Bewerber machte eine Sprecherin von Gesundheitsreferent LHStv. Christian Stöckl (ÖVP) unter Verweis auf die laufenden Verfahren nicht. „Es geht um einen Rahmenvertrag für vier Jahre für die Logistik und Organisation der Test- und Impfstraßen“, sagte sie zur APA.

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Nun werden die Bieterunterlagen geprüft. „Die Politik ist in die Entscheidung nicht eingebunden, das ist ein unabhängig laufender Prozess.“ Das sogenannte Verhandlungsverfahren stelle jedoch sicher, dass aktuelle Entwicklungen mit in die Auftragserteilung einfließen können. So hatte etwa Markus Kurcz, der Leiter des Katastrophenschutzes im Land Salzburg, vergangene Woche angekündigt, dass im Herbst auch in Salzburg die Antigentests durch PCR-Gurgeltests ersetzt werden sollen. „Weil es Bieter in einer Pandemie eben nicht mit fixen Rahmenbedingungen zu tun haben, dauern solche Verfahren länger als üblich“, so die Stöckl-Sprecherin.

Das Rote Kreuz hat in Salzburg zu Beginn der Corona-Krise mit mobilen Teams und später in Drive-in-Stationen damit begonnen, bei Coronaverdacht Abstriche für PCR-Tests zu nehmen. Seit Ende November 2020 hat die Organisation in Salzburg dann rund vier Millionen Antigen-Schnelltests durchgeführt. Zugleich war das Rote Kreuz mit der Abwicklung der Anmeldung für die Coronaimpfungen in den Impfstraßen und bei den Hausärzten beauftragt und organisierte die Termine für kostenlose Antigentests.

Im Jahr 2020 sind für diese Leistungen vom Land Salzburg 5,9 Mio. Euro an das Rote Kreuz geflossen, hieß es aus dem Büro von Gesundheitsreferent Stöckl. Der Großteil davon, 5 Mio. Euro, seien bereits über das Covid-19-Zweckzuschussgesetz vom Bund refundiert worden. „Das andere ist noch am Laufen.“ Für 2021 befinde man sich noch in der laufenden Abrechnung.


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