Tote und Vermisste bei Unwetter in Deutschland

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Nach schweren Unwettern und Dauerregen im Westen Deutschlands sind dutzende Menschen ums Leben gekommen. Bis Mittag stieg die Zahl der gemeldeten Toten auf 33. Zwei weitere Menschen starben im benachbarten Belgien. Siebzig Personen galten als vermisst. Polizeiangaben zufolge erschwert der Ausfall des Notrufs in etlichen Gemeinden eine Klarheit über die Lage und die Höhe der Opfer. Im Eifel-Ort Schuld bei Adenau waren in der Nacht auf Donnerstag sechs Häuser eingestürzt.

„Ich bin erschüttert über die Katastrophe, die so viele Menschen in den Hochwasser​gebieten durchleiden müssen,“ sagte Kanzlerin Angela Merkel, die auf Staatsbesuch in Washington ist, auf Twitter. „Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Toten und Vermissten. Den vielen unermüdlichen Helfern und Einsatzkräften danke ich von Herzen.“ Der Bund und die stark betroffenen Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sicherten unterdessen den von der Unwetterkatastrophe betroffenen Kommunen finanzielle Hilfen zu.

In der Nacht auf Donnerstag waren in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen nach tagelangem Dauerregen Bäche zu reißenden Flüssen geworden und verwüsteten etliche Ortschaften. Stromausfälle legten die Regionen lahm, Notrufe fielen aus. Staudämme drohten überzulaufen. An Rhein, Ruhr, Mosel und kleineren Flüssen stiegen zudem die Pegelstände. Weitere Überflutungen werden in den kommenden Stunden und Tagen erwartet.

Im Kreis Euskirchen im Südenwesten Nordrhein-Westfalens starben Polizeiangaben zufolge mehrere Menschen im Hochwasser. Die Lage in Schleiden, Gemünd, Oberhausen sei sehr kritisch, hieß es. Es werde Wasser aus der Steinbachtalstelle abgepumpt. Die A61 wurde in dem Bereich gesperrt, da der Bruch der Talsperre drohe. Erschwerend komme hinzu, dass der Notruf 112 nicht erreichbar sei.

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Im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz seien mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen, sagte Polizeisprecher Lars Brummer. Mehr als 30 Menschen gelten als vermisst. „Wir haben daher eine Personenvermisstenstelle eingerichtet.“ Im Landkreis sei Katastrophenalarm ausgelöst worden. Mehrere Häuser und eine Brücke seien eingestürzt, zahlreiche Gebäude einsturzgefährdet. Etwa 50 Menschen hätten sich auf Dächer in Sicherheit gebracht und müssten gerettet werden.

Im Märkischen Kreis in Nordrhein-Westfalen starb ein Feuerwehrmann bei dem Versuch, einen ins Wasser gestürzten Mann zu retten. Ein weiterer Feuerwehrmann kollabierte im Einsatz und verstarb.

Schwer getroffen wurde auch die Stadt Solingen im Bergischen Land. Der Ortsteil Unterburg wurde Polizeiangaben zufolge wegen Überflutungen abgeriegelt, 600 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und wurden in Hotels untergebracht. Rettungskräfte befreiten einen Mann aus einem Kellerschacht. Er verstarb auf dem Weg ins Krankenhaus, wie die Polizei mitteilte.

In Köln wurden zwei Menschen aus überfluteten Kellern tot geborgen.

In der westfälischen Stadt Hagen musste ein Altersheim evakuiert werden. Die Bundeswehr rettete mit Schlauchbooten Arbeiter aus einem Industriegebiet. Sie waren mehr als 18 Stunden von Wassermassen eingeschlossen. Insgesamt waren in Hagen über 600 Hilfskräfte im Einsatz inklusive 200 Bundeswehrsoldaten.

Bund und Länder sicherten den Kommunen finanzielle Hilfen zu. „Die Menschen im Katastrophengebiet sind in Not, die Schäden sind immens“, sagte Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz. „Da muss der Bund mit anpacken. Ich werde alles dafür tun, dass auch der Bund finanzielle Hilfe leistet.“

Auch NRW Ministerpräsident Armin Laschet will den Kommunen unter die Arme greifen. „Hilfe des Landes ist erforderlich“, sage der CDU-Vorsitzende. „Wir werden die Kommunen, die betroffenen, nicht alleine lassen.“ Die Schäden seien allerdings noch nicht messbar. Er habe für Freitag das Landeskabinett zusammengerufen, um die Lage zu analysieren. Auch der Innenminister von Rheinlad Pfalz, Roger Lewentz sicherte die Hilfe des Landes zu. Die Landesregierung sei selbstverständlich an der Seite derer, die vor den Trümmern ihrer Existenz stehen und Hab und Gut verloren haben.“ Das Unwetter hat unser Land hart getroffen. Ich bange mit allen, die in Gefahr sind“, erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. „Ich danke allen Helferinnen und Helfern, Feuerwehren und Einsatzkräften, die unermüdlich mit großem Einsatz gegen die Wassermassen kämpfen.“

Die Deutsche Bahn rief Reisende auf, Fahrten von und nach Nordrhein-Westfalen nach Möglichkeit zu verschieben. Durch die extremen Niederschläge seien Gleise überflutet, Betriebsanlagen seien beschädigt worden. Eine Erfassung der Unwetterschäden sei vielerorts erst mit abfließenden Wassermassen möglich.


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