Südafrikas Präsident: Gewalt wurde geplant und koordiniert

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Die tagelangen Proteste und Plünderungen in Teilen Südafrikas mit mindestens 117 Toten wurden nach Angaben von Präsident Cyril Ramaphosa durch Hintermännern koordiniert. In einem durch drei Armee-Panzer gesicherten Einkaufszentrum der Hafenstadt Durban in der besonders stark betroffenen Provinz KwaZulu-Natal verurteilte er die Gewalt als Angriff auf die Demokratie. Nach einigen Anstiftern werde bereits gesucht. Unterdessen verschärften sich die Versorgungsengpässe.

„Es ist offenkundig, dass zu all diesen Zwischenfällen und Plünderungen angestiftet wurde; es gab Leute, die sie geplant, die sie koordiniert haben“, sagte Ramaphosa in Durban in der besonders stark betroffenen Provinz KwaZulu-Natal. Einige seien identifiziert worden und würden gesucht. „Wir werden keine Anarchie und Unruhe in unserem Land gestatten“, sagte er.

Mit Blick auf die Opferzahlen hätte die Situation durchaus schlimmer ausgehen können, sagte der Präsident. „Ja, wir hätten besser sein können, aber wir waren überwältigt von der Situation.“. Oberstes Ziel der Polizei sei gewesen, weitere Verluste an Menschenleben zu vermeiden. Nach seinen Angaben kamen allein in der Küstenprovinz KwaZulu-Natal 95 Menschen ums Leben. Ziel der ungenannt bleibenden Hintermänner sei auch eine Destabilisierung der Wirtschaft gewesen, so Ramaphosa. Anders als zunächst erklärt, sei die Gewalt nicht ethnisch bedingt gewesen.

Unterdessen verschärften sich die Versorgungsengpässe. Ein Problem sei die Sperrung wichtiger Transportrouten, warnten Verbraucherorganisationen am Freitag. Selbst das Mehl für die Bäckereien werde knapp. Raffinerie-Schließungen in Durban im Südosten des Landes führten zu langen Schlangen vor den wenigen geöffneten Tankstellen. Die Regierung warnte vor Hamsterkäufen und erließ vorübergehend ein Verbot, Benzin in Kanistern zu kaufen.

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Da in KwaZulu-Natal auch Drogerien und Kliniken geplündert wurden, sind auch Medikamente knapp. Nach Informationen der Molkerei-Organisation Sampro müssen Landwirte ihre Milch vernichten, da kein Transport von den Ställen möglich ist. Nach bisher unbestätigten Medien-Berichten wurden einige Farmen geplündert.

Bei den Ausschreitungen und Plünderungen sind bisher nach offiziellen Angaben mindestens 117 Menschen getötet worden. Mehr als 2.000 Menschen wurden festgenommen. Insbesondere in der Wirtschaftsmetropole Johannesburg und in KwaZulu-Natal waren in den vergangenen Tagen Läden und Lagerhäuser geplündert und in Brand gesteckt worden. Kurz vor dem Eintreffen von Präsident Ramaphosa gab es auch in der Nacht auf Freitag Berichte über vereinzelte Übergriffe.

Am Mittwoch hatte die Regierung die Einberufung von rund 25.000 Soldaten zur Eindämmung der Unruhen angekündigt - zehnmal mehr als ursprünglich vorgesehen. Es handelt sich dabei um einen der größten Militäreinsätze seit Bestehen eines demokratischen Südafrikas. Während die Lage in Johannesburg inzwischen nach Regierungsangaben wieder „relativ ruhig“ ist, ist die Situation in KwaZulu-Natal weiterhin „instabil“.

Auslöser der Proteste war die Inhaftierung von Ex-Präsident Jacob Zuma. Der langjährige Präsident war Ende Juni vom Verfassungsgericht wegen Missachtung der Justiz zu einer 15-monatigen Haftstrafe verurteilt worden, die er vergangene Woche antrat. Während viele Südafrikaner die Inhaftierung des Ex-Staatschefs als Erfolg für die Rechtsstaatlichkeit des Landes feierten, gingen Unterstützer Zumas aus Protest auf die Straße.


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