Bischof Krautwaschl als Schauspieler bei „Don Camillo“

  • Artikel
  • Diskussion

Das Theater absolut, das die Schlossfestspiele im weststeirischen Piber veranstaltet, hat für seine Sommerproduktion „Don Camillo und Peppone“ einen echten Bischof engagiert. Im Mai fragte man bei Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl an, ob Exzellenz sich ein Mitwirken als visitierender Kirchenmann beim schlitzohrigen Pfarrer und Bürgermeister-Gespann vorstellen könne? Man konnte - umso mehr, als der Premierenerlös am 21. Juli wohltätigen Zwecken zufließt.

In dem kleinen Dorf in der Bassa, der oberitalienischen Poebene, fliegen wieder einmal die Fäuste: Der schlagkräftige wie gottesfürchtige Dorfpfarrer Don Camillo Tarocci und der nicht minder backpfeifenfreudige wie linientreue kommunistische Bürgermeister Giuseppe Bottazzi, genannt Peppone, geraten wiederholt aneinander. Beide wollen oft das Gleiche, nämlich das Beste für ihr Dorf, nur aus unterschiedlichen, auch ideologisch geprägten Beweggründen. Manchmal eskaliert der Streit derartig, dass der zuständige Bischof einschreiten muss.

Hier bringt das Theater absolut Bischof Krautwaschl ins Spiel auf der Bühne. „Der Herr Bischof hat sofort zugesagt, als er den Vorschlag unterbreitet bekam“, schilderte Sprecher Thomas Stanzer auf APA-Anfrage. Die Rolle eines visitierenden Bischof ist Krautwaschl ja nicht unbekannt, auch nicht jene des Hirten seiner Schäfchen - hat er doch selbst als Gemeindepfarrer in Knittelfeld und Hartberg gedient. Zehn Textpassagen gilt es zu memorieren, eigentlich ein Klacks für den wortgewandten Kirchenmann, dennoch stelle sich laut dem Sprecher langsam Lampenfieber beim steirischen Diözesanbischof ein.

Krautwaschl wird am Premierenabend am 21. Juli ab 20 Uhr im Arkadeninnenhof des Schlosses Piber bühnenpräsent sein, und nur für diesen Abend. Beim Theater absolut ist man einerseits froh, nach dem Lockdown wieder spielen zu können. Andererseits freut man sich über den Coup mit dem Bischof. „Mein Schauspielteam und ich haben uns hoch motiviert und voller Elan in das neue Projekt gestürzt. Aber bei der ganzen Begeisterung und Freude dürfen wir nicht vergessen, dass es viele Familien gibt, die die Coronakrise nicht so gut überwunden haben und daher unsere Hilfe brauchen“, sagte Schauspielerin Agnes Julia Redl, Organisatorin der Schlossfestspiele. Der Reinerlös der Premiere kommt Familien in der Gegend zugute, die durch die Coronakrise in Not geraten sind.

10x Wanderausrüstung zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

)


Kommentieren


Schlagworte