Deutschland erklärt Spanien zu Hochrisikogebiet

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Die deutsche Regierung hat ganz Spanien und die Niederlande wegen hoher Corona-Infektionszahlen in der Pandemie zum Hochrisikogebiet erklärt. Das teilte das Robert-Koch-Institut am Freitag mit. Damit gilt für Einreisende oder Reiserückkehrer eine zehntägige Quarantänepflicht für alle, die nicht geimpft oder von Corona seit bis zu sechs Monaten genesen sind. Bei Hochrisikogebieten kann ein vorgelegter Negativtest erst nach fünf Tagen von der Quarantänepflicht befreien.

Vor allem Spanien und hier die Ferieninsel Mallorca als liebste Ferieninsel der Deutschen hatten diesen Schritt schon gefürchtet. „Diese Entscheidung wird vor allem Mallorca und den Rest der Inseln (Balearen) treffen“, schrieb die Zeitung „Última Hora“ am Freitag. „Das wäre ein weiterer Schlag für den Tourismus“, fürchtet auch die Zeitung „Diario de Mallorca“ vor der Bekanntgabe in Berlin.

Die Quarantänepflicht trifft besonders jüngere Urlauber, von denen viele noch nicht geimpft sind. Aber auch vollständig geimpfte Eltern könnten in Schwierigkeiten geraten, wenn ihre Kinder nach der Rückkehr aus dem Mallorca-Urlaub für mindestens fünf Tage in Quarantäne müssten statt in den Hort oder Kindergarten gehen zu dürfen.

Seit Ende Juni sind die Corona-Zahlen praktisch überall in Spanien rapide in die Höhe geschossen. Das Land hat mit die schlechtesten Werte in ganz Europa. Binnen eines Monats wurden rund 475 000 Neuinfektionen gezählt, die Sieben-Tagen-Inzidenz stieg von 42 im Juni auf jetzt 333, weit über der Marke von 200, ab der Deutschland ein Land zum Hochinzidenzgebiet erklären kann. Auf Mallorca lag der Wert zuletzt sogar bei 365.

Auch Tschechien verschärfte am Freitag seine Einreisebestimmungen und setzte die Niederlande und Spanien auf die Liste der „dunkelroten“ Risikogebiete, wie das Gesundheitsministerium in Prag laut CTK mitteilte. Einreisende aus diesen Ländern müssen in Quarantäne und können sich frühesten nach fünf Tagen freitesten. Dasselbe gilt für die als „rot“ eingestuften Länder Griechenland, Irland, Luxemburg, Malta und Portugal.

Österreich hält im Falle von Spanien und den Niederlanden vorerst weiter an der Einstufung als Staaten mit geringem epidemiologischen Risiko fest. Dasselbe gilt für Zypern, das auf der Corona-Ampel der EU-Gesundheitsagentur ECDC ebenfalls wieder dunkelrot eingefärbt ist.

Spanien betonte, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen nicht mehr das Maß aller Dinge sein könne. Für die Einschätzung des Corona-Risikos müssten auch andere Größen wie die Lage in den Krankenhäusern und der Stand der Impfkampagne berücksichtigt werden, hieß es am Freitag aus Regierungskreisen in Madrid. Eine offizielle Stellungnahme gab es zunächst nicht. Es handle sich um die souveräne Entscheidung eines anderen Landes, die man nicht kommentieren wolle, hieß es.


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