Magdalena Lobnig im olympischen Ruder-Semifinale

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Der souverän wirkende Viertelfinalsieg von Magdalena Lobnig bei den Olympischen Spielen in Tokio ist von der Einerruderin nach Eiskühlung ziemlich zerpflückt worden. „Der Vorlauf war besser, aber die Nervösität steigt halt von Rennen zu Rennen. Es war klar, dass die hinter mir um ihr Leben rudern, da bin ich ein bisserl zu schlampert, bisserl zu wenig schnell losgefahren“, sagte die Kärntnerin. Das werde sie im Halbfinale anders machen müssen, wenn es ins Finale gehen soll.

Trotzdem stand am Ende wie im Vorlauf der Laufsieg und diesmal die gesamt viertschnellste Zeit. „Aber Aufgabe erfüllt, gewonnen, was will man mehr.“ Der Wind war unterschiedlich, von der Seite, von vorne, böig. „Es ist schwierig, Läufe zu vergleichen. Da muss man immer vorsichtig sein. Aber die Pflicht für das Viertelfinale ist erfüllt, jetzt muss man auf das Halbfinale schauen und dort den Fokus gescheit reinkriegen. Aber wenn ich weiß, ich fahre gegen richtig Starke, dann bin ich immer sehr konzentriert“, versicherte sie im APA-Gespräch. Die Vorschlussrunde ist für Mittwoch 04.08 Uhr MESZ angesetzt.

Die Selbstkritik rührte auch daher, weil sie die Reaktion der Trainer gesehen hatte. „Die war heute ein bisserl kritischer als nach dem Vorlauf. Es passt, aber es braucht von Lauf zu Lauf Steigerungen“, weiß sie, dass es keinen Grund zur Beunruhigung gibt. Für den österreichischen Verbandspräsidenten Horst Nussbaumer hat Lobnig bisher jedenfalls „wirklich alles richtig gemacht“.

Mit großen Selbstbewusstsein könne sie nun weitermachen, sagte er über die Olympiasechste von 2016. „Heute haben sich die Favoritinnen durchgesetzt, Magdalena ist eine davon.“ Mit dem Seitenwind sei es nicht leicht und ein „superstarkes Rennen“ gewesen. Angesprochen darauf, ob es die stärkste Lobnigs ihre Karriere sie, meinte er: „Das frage ich mich jeden Tag, ob ich sie schon einmal so stark gesehen habe. Ich will nicht vermessen antworten, aber ich glaube, sie war nie stärker.“

Für Louisa Altenhuber/Valentina Cavallar ging es indes nach dem Hoffnungslauf des Leichtgewichts-Doppelzweier-Bewerbs nicht weiter ins Semifinale, nach Rang vier wird das Duo im C-Finale um die Ränge ab 13 teilnehmen (Dienstag 2.22 Uhr MESZ). Die Debütantinnen hätten genau gezeigt, was sie können, sagte Nussbaumer. „Es ist ein aufstrebenden Boot, wir wollen sie 2024 in Paris wieder am Start haben. Im C-Finale Erster oder Zweiter - mit diesem Selbstbewusstsein sollen sie von Olympia abreisen und es in guter Erinnerung haben.“

Altenhuber war unzufrieden mit der Startphase, dafür seien sie im Mittelteil besser ins Rennen gekommen. „Aber es ist schwierig, wenn man den Anschluss verloren und keinen Gegner mehr auf Augenhöhe hat, mit dem man sich racen kann“, erklärte sie. Im C-Finale wartet nun eine gute Mittelbahn. „Da geht es um den Sieg. Wir sind auf jeden Fall da, um zu gewinnen. Wir wollen das beste Rennen abliefern.“ Ein Sieg würde den 13. Gesamtrang bedeuten. „Das klingt gut.“ Cavallar erklärte, ihre Nervösität „besser in Griff gehabt zu haben“.

In Griff hatte Altenhuber auch die Lust auf Süßes. Nach dem Vorlauf am Samstag hatte das Ruder-Leichtgewicht im Olympischen Dorf zum Geburtstag einen Kuchen bekommen. „Ich habe ihn nicht essen können wegen meinem Gewicht. Wehe, es gibt zu Hause nicht noch einen Kuchen“, schickte sie eine Botschaft an die Lieben in der Heimat.


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