Museum der Portugiesischen Sprache nach Brand wiedereröffnet

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Rund sechs Jahre nach einem Großbrand ist das „Museum der Portugiesischen Sprache“ in der brasilianischen Metropole São Paulo wiedereröffnet worden. „Wir sind hier, nicht um die Asche der Vergangenheit zu vergessen, sondern um darauf die Zukunft aufzubauen“, sagte der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa laut einer Mitteilung der Regierung des Bundesstaates São Paulo bei der Eröffnungszeremonie. „Dies ist ein Fest für die Zukunft unserer gemeinsamen Sprache.“

Demnach waren am Samstag nur geladene Gäste anwesend, viele unter ihnen aus der portugiesisch-sprachigen Welt, wie etwa auch der Staatschef der Kapverden, Jorge Carlos Fonseca, der sich für mehrere Tage in Brasilien aufhält, und der angolanische Kulturminister Jomo Francisco Fortunato. Am Sonntag öffnet das Museum auch wieder für das Publikum.

Das „Museum der Portugiesischen Sprache“ ist eines der meist besuchten Museen des Landes gewesen, berühmt vor allem für seine interaktiven Bildschirme, auf denen die Besucher mit Wörtern spielen, ihre Bedeutung kennenlernen und neue Vokabeln kreieren konnten. Rund 260 Millionen Menschen weltweit sprechen Portugiesisch.

„Wir haben Präsident Jair Bolsonaro eingeladen, aber er hat es vorgezogen, an einem Motorradkorso in Presidente Prudente teilzunehmen“, sagte der Gouverneur des Bundesstaates São Paulo, João Doria, mit Blick auf den abwesenden Staatschef, den er vor den Präsidentschaftwahlen 2018 unterstützt hatte und der nun mit Blick auf die Wahlen 2022 sein Widersacher ist.

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Das Gebäude des „Museu da Língua Portuguesa“ war bei einem Brand 2015 weitgehend zerstört worden, ein Feuerwehrmann kam ums Leben. Der Ende 2019 abgeschlossenen Wiederaufbau kostete der Zeitung „Folha de S. Paulo“ zufolge 85,8 Millionen Reis, umgerechnet rund 13,9 Millionen Euro. Als Ursache für den Brand kam eine Untersuchung im vergangenen Jahr zu einem Fehler in der Beleuchtung. Andere wichtige brasilianische Kultureinrichtungen wie das Nationalmuseum in Rio erlitten in den vergangenen Jahren ein ähnliches Schicksal, oftmals hervorgerufen durch Mängel bei der Instandhaltung.


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