Frank Witzel wird mit dem Erich Fried Preis gewürdigt

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Der 1955 in Wiesbaden geborene Schriftsteller und Musiker Frank Witzel erhält den Erich Fried Preis 2021. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 28. November im Literaturhaus Wien verliehen. In diesem Jahr war der deutsche Autor Ingo Schulze als Alleinjuror für die Auswahl des Preisträgers verantwortlich.

Der Erich Fried Preis wird seit 1990 von der Internationalen Erich Fried Gesellschaft vergeben. Für die Auswahl der vom Kulturministerium gestifteten Auszeichnung zeichnet immer ein Einzeljuror verantwortlich, wie es am Mittwoch in einer Aussendung heißt.

„Über Frank Witzel zusammenfassende Sätze zu formulieren ist schwierig, weil sein Werk so vielgestaltig ist. Dabei ist es erst in den letzten sieben Jahren einer größeren literarischen Öffentlichkeit bekannt geworden und zu einem wesentlichen Teil auch erst in diesen Jahren entstanden. Ob in Prosa, Lyrik, Essay/Traktat, Gespräch, Tagebuch, Hörspiel oder Vorlesung - Frank Witzel gehört zu den wenigen, deren Erzählen immer die Voraussetzungen des Schreibens reflektiert, die Relativität des eigenen Standpunkts offenlegt und sich selbst in Frage stellt. Damit macht er seine Leserinnen und Leser zu souveränen Gesprächspartnern“, heißt es in Schulzes Begründung.

Spätestens seit seinem Roman „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ wisse man, „dass Frank Witzel in die erste Reihe der deutschsprachigen Gegenwartsautorinnen und -autoren gehört. Warum wir ihn lesen sollten? Weil es pures Vergnügen bereitet, sich in seinen Büchern zu verirren und zu verlaufen. Und weil hier einer erzählend denkt und denkend erzählt - leidenschaftlich und gewitzt, sinnlich und theoriegesättigt, wirklichkeitsnah und fantastisch zugleich“, so Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne).

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Der im deutschen Offenbach lebende Preisträger zeichnet seit seinem Lyrikdebüt „Stille Tage im Cliché“ (1978) für ein reiches schriftstellerisches Werk verantwortlich, das auch die Romane „Bluemoon Baby“ (2001/2017), „Vondenloh“ (2008/2018) umfasst. Für „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ erhielt Witzel 2015 den Deutschen Buchpreis und für das gleichnamige Hörspiel auch gleich den Deutschen Hörspielpreis 2017. Mit seinem letzten Buch „Inniger Schiffbruch“ (2020) schaffte er es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises.

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