Weitere Provinzhauptstadt in Afghanistan fällt an Taliban

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Eine weitere Provinzhauptstadt im Norden Afghanistans ist von den Taliban erobert worden. Sar-i Pul in der gleichnamigen Provinz sei an die Islamisten gefallen, bestätigten die Provinzräte Asadullah Khuram und Mohammad Noor Rahmani am Sonntag der dpa. Somit sind binnen drei Tagen drei Provinzhauptstädte im Land von den Taliban überrannt worden. Auch in der Stadt Kunduz machen sie massive militärische Fortschritte.

Den Behördenvertretern zufolge haben die Taliban in Sar-i Pul nun die wichtigsten Regierungsgebäude unter ihrer Kontrolle. Alle Vertreter der Regierung hätten sich in eine Militärbasis rund einen Kilometer vom Zentrum der Stadt zurückgezogen, die belagert sei. Die Taliban würden Mörsergranaten auf die Basis feuern.

Die Stadt Sar-i Pul hat geschätzt 180.000 Einwohner. Die Provinz, in der Ölvorkommen gefördert werden, grenzt unter anderem im Osten an die Provinzen Balkh mit der Hauptstadt Mazar-i-Sharif und im Norden an die Provinz Jowzjan. Die Regierung halte in der Provinz nur noch den Bezirk Balkhab, sagten die Provinzräte weiter.

Am Freitag war die kleine Provinzhauptstadt Zaranj in Nimroz an der iranischen Grenze praktisch kampflos an die Taliban gefallen. Am Samstag folgte die Stadt Sheberghan in Jowzjan im Norden, Machtsitz des umstrittenen ehemaligen Kriegsfürsten und Ex-Vizepräsidenten Abdul Rashid Dostum, eine führende Anti-Taliban-Figur.

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Seit dem Beginn des Abzugs der US- und NATO-Truppen Anfang Mai haben die Taliban in mehreren Offensiven massive Gebietsgewinne verzeichnet. Sie eroberten zudem mehrere Grenzübergänge. Die US-Militärmission in Afghanistan endet am 31. August. Der Abzug ist US-Angaben zufolge zu mehr als 95 Prozent abgeschlossen.


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