Vorfreude auf Beach-Volleyball-EM in Wien und Fan-Rückkehr

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Mit der EM in Wien erhalten die österreichischen Beach-Volleyball-Asse unmittelbar nach den verpassten Olympischen Spielen die Chance, sich vor Heimpublikum in Szene zu setzen. Anders als zuletzt 2019 findet das von Hannes Jagerhofer inszenierte Turnier nicht auf der Donauinsel, sondern pandemie-bedingt in etwas abgespeckter Form am Heumarkt statt. Die rot-weiß-roten Teams sind Außenseiter, besonders im Blickpunkt steht der letzte Auftritt von Clemens Doppler/Alexander Horst.

Die EM-Dritten von 2014 beenden nach dem Heimturnier und zehn gemeinsamen Jahren ihre erfolgreiche Zusammenarbeit. „Wir werden versuchen, ein cooles Turnier zu spielen und das Ganze zu genießen und nicht zu sehr an das danach zu denken. Jetzt freuen wir uns einfach darauf, endlich wieder vor vollem Haus spielen zu können“, betonte der 38-jährige Horst. Wie Doppler hat er noch nicht entschieden hat, ob er 2022 mit einem anderen Partner weitermachen wird.

Doppler will sich den Fans - bis zu 2.700 fasst die Arena am Areal des Eislaufvereins - noch einmal von der besten Seite präsentieren. „Für alle Teams wird das Balsam für die Seele sein, endlich wieder vor Fans zu spielen. Wir wollen die Stadionatmosphäre genießen, das nochmal aufsaugen“, sagte der 40-Jährige und hofft auf eine ähnliche Leistungsexplosion wie beim sensationellen WM-Silber 2017 auf der Donauinsel. „Wir sind meistens vor Heimpublikum noch um ein paar Prozent besser.“

Die Auslosung meinte es allerdings nicht gut mit den heuer nicht besonders oft siegreichen Routiniers. Sie treffen am Donnerstag im ersten Gruppenmatch auf die starken Tschechen Ondrej Perusic/David Schweiner, die bei Olympia wegen eines positiven Corona-Befundes von Perusic passen mussten. Mögliche nächste Gegner sind die Olympiavierten Martins Plavins/Edgars Tocs (LAT) oder die Schweizer Marco Krattiger/Florian Breer. „Wir haben eine sehr schwere Gruppe erwischt, das Ziel ist der Aufstieg, dann werden die Karten neu gemischt“, erläuterte Doppler.

Die bisher letzte ÖVV-EM-Medaille holten 2019 in Moskau mit Bronze Martin Ermacora/Moritz Pristauz, deren Antreten in Wien aber äußerst fraglich ist. Denn Ermacora ist noch nicht gänzlich von den Folgen eines Autounfalls in der Vorwoche erholt, bei dem er eine Gehirnerschütterung samt Schleudertrauma erlitten hat. „Es ist ein bisschen ein Wettlauf mit der Zeit. Wir hoffen, dass es sich ausgeht. Wir warten bis Mittwoch, wie wir entscheiden“, sagte Pristauz. Ein erstes Training von Ermacora, der sich aktuell in abgedunkelten Räumen aufhalten muss, ist nicht gut verlaufen. Als Ersatz für Ermacora würde Moritz Kindl bereitstehen.

Angeführt wird das Feld bei den Männern von den Titelverteidigern und dreifachen Europameistern Anders Mol/Christian Sörum aus Norwegen, die nach Olympia-Gold in Tokio Topfavoriten sind. Das Duo ist in Wien seit 2017 unbesiegt und ohne Satzverlust. „Wir lieben es, hier zu spielen, das ist ein sehr spezielles Turnier für uns. Wir wollen unseren vierten Titel in Serie holen, vor Fans, in dieser Arena, wir sind wirklich sehr aufgeregt“, meinte Mol mit der Olympiagoldenen um den Hals.

Im Frauenfeld fehlten die amtierenden Europameisterinnen Anouk Verge-Depre/Joana Heidrich aus der Schweiz, sie gönnen sich nach Bronze in Tokio eine Pause. Österreichs Nummer 1, Katharina Schützenhöfer/Lena Plesiutschnig, hat mit den Tschechinnen Michaela Kubickova/Michala Kvapilova am Mittwoch eine lösbare Auftaktaufgabe. Schützenhöfer ist optimistisch und berichtete von einem guten eigenen Formstand. Plesiutschnig brennt bereits auf die Auftritte vor Heimpublikum. „Wir freuen uns extrem auf jede Minute am Court, auf die Fans.“

Gewinnt man das erste Gruppenspiel, geht es im zweiten gegen die Sieger der Parallelpartie der jeweiligen Vierergruppen um den direkten Einzug ins Achtelfinale. Die Verlierer kämpfen gegeneinander um den Verbleib im Turnier und den Aufstieg in die Zwischenrunde. In dieser werden die restlichen Achtelfinalisten ermittelt.

Aufgrund kurzfristig geänderter Corona-Vorgaben sind zusätzliche Ticketkontingente freigegeben worden, deshalb sind für alle Turniertage noch Karten zu haben. Veranstalter Jagerhofer zeigte sich froh darüber, das Turnier trotz der Coronasorgen „mitten in der Stadt, an einem einzigartigen Schauplatz“ realisieren zu können. Der Wiener Sportstadtrat Peter Hacker freut sich auf eine „geile“ Veranstaltung, die es dank strengem Schutzkonzept trotz der „extremen Corona-Bedingungen“ geben könne.


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