Doppler/Horst treten traurig, aber auch stolz ab

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Die Beach-Volleyballer Clemens Doppler/Alexander Horst sind bei der Heim-EM in Wien ausgiebig gefeiert worden, obwohl ihr Abschneiden keineswegs erfreulich war. Österreichs erfolgreichstes Duo kassierte am Heumarkt zwei Niederlagen, die entscheidende gegen die Schweizer Marco Krattiger/Yves Haussener fiel mit 0:2 (-17,-12) deftig aus, zwischenzeitlich lag man sogar 0:11 zurück. Das war ganz und gar nicht der Abschied, den sich die Vizeweltmeister von 2017 vorgestellt hatten.

„Dass das beim letzten Turnier daheim passiert, ist natürlich bitter, aber so ist der Sport, es ist kein Wunschkonzert. Solche Spiele gibt es einmal alle zwei, drei Jahre. Es ist wirklich beschissen, dass es da bei diesem Spiel so war“, bedauerte der 40-jährige Doppler. Der völlig misslungene zweite Satz schmerzte auch den zwei Jahre jüngeren Horst. „Fehlstart ist vielleicht noch zu positiv ausgedrückt, so etwas haben wir noch nie erlebt. Aber irgendwie ist da dann schon das Gefühl gekommen, es könnte das letzte gemeinsame Match sein. Dementsprechend war dann leider die Leistung.“

Dass man danach dennoch lange und ausgiebig von den 2.500 Fans gefeiert worden sei, zeige was man im Laufe der Jahre erreicht habe. „So viel haben wir nicht falsch gemacht. Wir haben dem Sport alles unterordnet, der Erfolg hat uns recht gegeben“, meinte Doppler, der mit seinem Partner neben Silber bei der Heim-WM 2017 unter anderem auch EM-Bronze 2014 und etliche Spitzenergebnisse bei großen Turnieren der World Tour errungen hat.

Der gebürtige Oberösterreicher musste in seiner langen Laufbahn aber auch mehrfach schwere Knieverletzungen und unschöne Niederlagen verdauen. „Es waren bittere, dunkle Momente dabei, aber auch wirklich viele schöne Momente. Wir haben da wirklich viel erleben dürfen.“ In der Rückschau überwiege jedenfalls das Positive. „Die letzten zehn Jahre sind wunderschön gewesen, auch wenn das sportlich nicht der Abschluss war, den wir uns erwünscht haben, aber den Abschied, den uns die Menschen gegeben haben, werde ich nie vergessen“, sagte Doppler nach dem tränenreichen Abgang von der großen Bühne.

Für Horst war das am Center Court Erlebte ebenfalls eindrucksvoll. „Das hätte ich mir so nicht vorstellen können. Wir haben viel erreicht in den letzten Jahren, aber dass die Zuschauer uns so einen Abschied bereiten, das war unbeschreiblich. Ich bin natürlich sehr stolz und dankbar, dass sie uns so gefeiert haben. Das sind Momente, die wir nie vergessen werden.“

Die großen Gefühle sind es auch, die für Doppler bleibend sind. „Die Fans verbinden mit uns sehr viele Emotionen. Im Endeffekt geht es darum, nicht wie viele Medaillen oder Pokale man gewinnt, sondern dass Leute mit dir tatsächlich etwas verbinden im Leben. Genauso wie ich die Emotionen von 2017 im WM-Finale und anderen Turnieren, die ich mit ins Grab nehmen werde. Und es gibt Leute, die uns zwei im Kopf haben und uns nie vergessen werden, das macht mich unglaublich stolz, selbst wenn es nur ein Mensch ist.“

Der Dank des Duos galt ihren langjährigen Betreuern wie Manager und Coach Robert Nowotny sowie ihren Unterstützern. Wie die Zukunft der beiden nach der unlängst verkündeten Trennung mit Saisonende ausschaut, ist noch offen. „Wir werden das jetzt einmal verarbeiten. Wir spielen nächste Woche noch die Staatsmeisterschaft und dann noch ein anderes Turnier in Österreich“, so Horst, der 2022 möglicherweise mit einem anderen Partner auch auf internationaler Ebene weitermachen wird. Doppler, wie Horst Familienvater, schließt das zwar auch nicht ganz aus, sein Fokus gilt fortan aber der Familie. „Jetzt beginnt ein neuer Abschnitt. Ich habe soviel gut zumachen bei meiner Familie, sie sind jetzt meine absolute Nummer 1.“


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