Rotes Kreuz fordert Ende der Abschiebungen nach Afghanistan

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Der Präsident des österreichischen Roten Kreuzes, Gerald Schöpfer, fordert das Ende der Abschiebungen nach Afghanistan. „Rot-Kreuz-Vertreter vor Ort und Vertreter des Roten Halbmondes sagen übereinstimmend, das ist die Hölle auf Erden“, sagte Schöpfer im Ö1-Morgenjournal. Die Ankündigung mehrerer EU-Staaten, Abschiebungen wegen des Bürgerkrieges auszusetzen, sei die richtige Entscheidung. Auch die österreichische Regierung solle ihre Haltung überdenken.

Schöpfer erinnert daran, dass Österreich in Schönwetterzeiten diverse Konventionen zum Schutz der Menschenrechte unterzeichnet habe. „Ich wünsche mir schon Politiker, die den aufrechten Gang üben. Die den Rechtsstaat, die Verpflichtungen, die Österreich in guten Zeiten eingegangen ist, auch in Zeiten, wo es nicht populär ist, einhalten“, forderte Schöpfer in Richtung ÖVP.

In Afghanistan herrsche durch den Vormarsch der islamistischen Taliban „eine grausame Situation, wo es nicht human wäre, Menschen hinzuschicken“. Daher müsse man Abschiebungen so lange aussetzen, bis sich die Situation in Afghanistan geklärt habe. Wobei Schöpfer auch betont, sich keine großen Hoffnungen auf eine Normalisierung der Lage zu machen.


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