Russland verlängert Visum von BBC-Korrespondentin nicht

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Vor dem Hintergrund schlechter bilateraler Beziehungen verlängert die russische Regierung einem Bericht des Staatsfernsehens zufolge das Visum für eine Korrespondentin des britischen Senders BBC nicht. Sarah Rainsford müsse das Land spätestens zum Monatsende verlassen, berichtete Rossija 24.

Der Schritt gilt als Antwort der russischen Behörden auf die Weigerung Großbritanniens, dem russischen Staatssender RT eine Lizenz zu erteilen und „ständigen Druck auf Mitarbeiter vieler anderer russischer Medien“ auszuüben. Die BBC wollte den Fall am Freitag nicht kommentieren.

Die BBC kritisierte den Schritt scharf. „Die Ausweisung von Sarah Rainsford ist ein direkter Angriff auf die Pressefreiheit, den wir uneingeschränkt verurteilen“, sagte BBC-Generaldirektor Tim Davie einer Mitteilung vom Abend zufolge. Er rief die russischen Behörden auf, ihre Entscheidung zu überdenken und fügte hinzu: „In der Zwischenzeit werden wir weiterhin unabhängig und unparteiisch über Ereignisse in der Region berichten.“

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, schrieb bei Telegram, den Vertretern der BBC sei bei einem Besuch in ihrem Haus „alles genau erklärt“ worden. Den wiederholten Warnungen aus Moskau sei keine Beachtung geschenkt worden. Sacharowa sprach von einer angeblichen „Verfolgung russischer Journalisten“ in Großbritannien und einem „Visa-Mobbing“ in London.

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Rainsford ist derzeit eine von zwei BBC-Korrespondenten in Moskau. Ihr aktuelles Visum endet dem Bericht zufolge am 31. August. Die Journalistin hatte zuvor auch in Istanbul, Madrid und Havanna gearbeitet. Zuletzt sorgte sie für Aufsehen, als sie den Machthaber von Belarus (Weißrussland), Alexander Lukaschenko, bei einer Pressekonferenz fragte, ob er angesichts des gewaltsamen Vorgehens gegen Andersdenkende in der Ex-Sowjetrepublik noch legitimiert sei. Rainsford wäre die erste britische Journalistin seit zehn Jahren, die Russland verlassen muss.

Die Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien sind schlecht. Die Regierung in London hat wiederholt Menschenrechtsverletzungen etwa im Fall des inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny kritisiert. Zuletzt verhängte Moskau Sanktionen gegen namentlich nicht genannte Briten. Der Schritt sei die Antwort auf britische Sanktionen. Belastet werden die Beziehungen zudem unter anderem durch den Giftanschlag auf den früheren Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter in Salisbury 2018 und russische Warnschüsse gegen ein britisches Kriegsschiff vor der annektierten Halbinsel Krim.


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