Salzburg nach 1:0 bei Admira weiter ohne Makel
Fußball-Serienmeister Red Bull Salzburg bleibt in der Bundesliga makellos. Am Samstag setzte sich die Truppe von Trainer Matthias Jaissle bei der Admira dank eines späten Tors von „Joker“ Chukwubuike Junior Adamu (81.) mit 1:0 durch und durfte sich über eine gelungene Generalprobe für das Champions-League-Play-off-Hinspiel am Dienstag gegen Bröndby freuen. Tabellenzweiter Ried holte bei Hartberg ein 1:1 (1:0), der WAC und die WSG Tirol trennten sich mit 2:2 (1:1).
Salzburg gewann mit dem mühevollen 1:0 bei der Admira auch die vierte Saisonpartie in der heimischen Bundesliga. Auch zuletzt hatte es gegen die Austria ein 1:0 gegeben. Jaissle verzichtete vor dem wichtigen Duell mit Bröndby auf eine große Rotation. Im Vergleich zur Partie gegen die Austria rückte nur Luka Sucic (anstelle von Antoine Bernede) neu in die Mannschaft. Auch bei der Admira gab es nach der 1:2-Niederlage in Ried nur eine Änderung, so bekam in der Offensive Onurhan Babuscu gegenüber dem deutlich routinierten Dominik Starkl den Vorzug.
Die „Bullen“ übernahmen vor 3.049 Zuschauern in der BSFZ Arena von Beginn an die Initiative. Die Defensive der Südstädter stand aber sehr gut, die Gäste konnten aus einem Schussverhältnis von 7:1 kein Kapital schlagen. Die Südstädter hätten zweimal beinahe den Spielverlauf auf den Kopf gestellt. In der 26. Minute ließ Goalie Philipp Köhn bei einem Luftduell mit Stephan Zwierschitz den Ball fallen und der Ex-Austrianer schoss ein. Der Treffer wurde von Schiedsrichter Harald Lechner aber nicht anerkannt. Das war durchaus eine umstrittene Entscheidung. In der 41. Minute traf Luca Kronberger nach einem Wöber-Fehler die Stange, ein Treffer hätte wegen einer möglichen Abseitsstellung aber wohl nicht gezählt.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich an der Charakteristik der Partie wenig, Salzburg tat sich weiter extrem schwer beim Herausarbeiten von Großchancen. So gab es vorerst nur Halbchancen. In der 81. Minute landete der Ball aber doch im Tor. Nach weitem Zuspiel von Camara überhob Adamu mit einem Kopfball den zu weit aus dem Tor postierten Leitner. Danach hätten die Salzburger noch das eine oder andere Tor erzielen können.
Die Salzburger bauten ihren Vorsprung in der Tabelle auf den neuen Zweiten Ried vorerst auf fünf Punkte aus. Die Admiraner, die nach drei ungeschlagenen Heimpartien gegen den Liga-Krösus wieder einmal eine Niederlage kassierten, halten als Fünfter weiter bei vier Zählern.
Hartberg und Ried trennten sich bei hochsommerlichen Temperaturen 1:1. In einer Partie mit zwei spiegelverkehrten Hälften erzielten Sascha Horvath (56.) beziehungsweise Constantin Reiner (45.+1) die Tore. Vor der Partie wurde Mario Sonnleitner geehrt. Der 34-jährige Steirer absolvierte sein 400. Ligaspiel und wurde deshalb feierlich als 54. Spieler in den Bundesliga-Legendenklub aufgenommen. Der Verteidiger machte mit seinem vierten Hartberg-Auftritt die 400 voll - nach 267 Spielen für Rapid, 83 für Sturm Graz und 46 für den GAK.
Hartberg-Trainer Kurt Russ hatte nach zuletzt vier Gegentoren gegen Klagenfurt eine defensivere Ausrichtung angekündigt. Ried-Trainer Andreas Heraf tat es ihm gleich, er packte die defensive Fünferkette aus. An vielversprechenden Offensivszenen mangelte es den Oberösterreichern danach aber erst einmal nicht. Schon in der siebenten Minute bauschte sich das Netz. Tin Plavotic stocherte einen Nutz-Freistoß im Nachsetzen über die Linie. Der Treffer zählte aber nicht, der Video Assistant Referee (VAR) machte ein Handspiel von Plavotic aus. Von Hartberg war wenig zu sehen, ehe Ried in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit die überfällige Führung bejubelte. Reiner köpfelte sträflich allein gelassen nach Nutz-Freistoßflanke ein. Philipp Erhardt hatte die Abseitsposition aufgehoben.
Trotz dieser Überlegenheit wäre es keine 30 Sekunden nach Wiederbeginn beinahe 1:1 gestanden. Der Gewaltschuss von Tobias Kainz knallte an die Querlatte (46.). Hartberg kam nach einem Dreifach-Tausch im wahrsten Wortsinn wie ausgewechselt aus der Kabine. Horvath erzielte nach einem Tadic-Ableger schon sein drittes Saisontor (56.). Auch dieser Teilerfolg war aufgrund der Drangperiode nach der Halbzeit verdient.
Der Wolfsberger AC und die WSG Tirol müssen nach dem 2:2 in der Lavanttalarena weiter auf ihren ersten Saisonsieg warten. Die Tiroler, die bereits ihr viertes Unentschieden verzeichneten, gaben vor 2.250 Zuschauern zweimal eine Führung aus der Hand. Mario Leitgeb feierte nach dem Ende seiner Rotsperre sein Saison-Debüt für den WAC, für ihn musste Kai Stratznig auf die Bank. In der Innenverteidigung gab Trainer Robin Dutt Ex-WSG-Spieler David Gugganig den Vorzug auf Kosten von Luka Lochoshvili. Thomas Silberberger ließ hingegen seine Startelf im Vergleich zur LASK-Partie unverändert. Beide Teams strebten ihren ersten Saisonerfolg an und suchten daher folgerichtig ihr Heil in der Offensive.
So dauerte es keine fünf Minuten, bis es 1:0 stand, und zwar für die Gäste. Thomas Sabitzer schickte Zan Rogelj mit einem Diagonalpass auf die Reise. Der 21-jährige Slowene passte zurück auf Fabian Koch, der freistehend vom rechten Strafraum-Eck abzog und den Ball unter freundlicher Mithilfe von WAC-Goalie Manuel Kuttin im kurzen Eck versenkte. In der Folge übernahm der WAC das Kommando, lief allerdings immer wieder in Konter. Letztlich fiel dann aber doch das 1:1. Tai Baribo tankte sich mit Ballglück durch die WSG-Verteidigung und erzielte sein erstes Tor für den WAC (32.).
Nach der Pause sorgte Tobias Anselm in der 60. Minute für die erneute WSG-Führung. Nach einem langen Ball von Koch ging Anselm an Kuttin vorbei und schob ins leere Tor ein. Die Wolfsberger reagierten aber umgehend. Eine israelische Koproduktion führte zum Ausgleich: Der eingewechselte Eliel Peretz bediente Baribo mit einem feinen Pass, der Ozegovic ein zweites Mal (66.) bezwang. Im Anschluss verflachte das Spiel ein wenig. In der Tabelle gab der WAC mit zwei Zählern die „Rote Laterne“ vorübergehend an die Wiener Austria ab, die erst am Sonntag gegen Klagenfurt spielt. Die WSG ist vorläufig Achter.