„Maria Stuart“ mit starker Minichmayr und nackten Komparsen

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Mit Jubel und langem Applaus ist am Samstagabend auf der Perner-Insel in Hallein die letzte Schauspielpremiere der diesjährigen Salzburger Festspiele zu Ende gegangen. Burgtheater-Direktor Martin Kušej inszenierte „Maria Stuart“ mit 30 meist nackten Komparsen über weite Strecken als Kunstinstallation, in der sich ein Drama um Macht und Tod entwickelt. Im Mittelpunkt sind Birgit Minichmayr als Maria Stuart und Bibiana Beglau als Elisabeth - und die Sprache Friedrich Schillers.

Ob die männlichen Statisten im Verlaufe dieses etwas über zweieinhalbstündigen pausenlosen Abends die Aufmerksamkeit mehr fokussieren oder ablenken, ist nicht immer klar. Faktum ist, dass der Regisseur selbst in drei Zentralszenen auf alles Beiwerk verzichtet und sich ganz auf seine Schauspieler konzentriert. Auf einer von drei Wänden umschlossenen und von schwarzer Erde bedeckten Bühne hinterlässt Minichmayr als stolze, unbeugsame, meist mit einer langen roten Leine gefesselte Titelheldin den intensivsten Eindruck. Ihren Tod inszeniert Kušej gleich eingangs als an den langen roten Haaren über die Bühne schwingenden, vom Leib getrennten Kopf. Am Ende geht Maria Stuart in der Masse der nackten, Schwerter schwingenden Männer unter. Aus dem Männerensemble ragt Norman Hacker als intriganter Burleigh heraus.

„Maria Stuart“ steht noch bis 26. August in Salzburg auf dem Programm. Die Koproduktion mit dem Burgtheater wird dann am 5. September in Wien die Saison eröffnen.

; Premiere am Burgtheater am 5.9., 19 Uhr)


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