Südkorea und USA beginnen Militärübungen ohne Feldtraining

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Trotz Drohungen Nordkoreas halten die Streitkräfte der USA und Südkoreas wieder ihre jährlichen Sommerübungen ab. Die neuntägige Kommandoübung habe am Montag wie geplant begonnen, berichteten südkoreanische Sender und die Nachrichtenagentur Yonhap. Südkoreas Militär hatte am Sonntag allerdings angekündigt, die gemeinsame Stabsrahmenübung werde in reduziertem Umfang ohne Feldtraining durchgeführt.

Bei der Entscheidung hätten die Corona-Pandemie sowie die „Bemühungen um eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel“ eine Rolle gespielt, also das Ziel einer atomaren Abrüstung Nordkoreas, hieß es weiter. Pjöngjang wirft den USA regelmäßig vor, ihre Manöver mit Südkorea dienten Vorbereitungen für einen Angriff. Washington und Seoul bestreiten das.

Zuletzt hatte der Vizevorsitzende des Zentralkomitees der in Nordkorea herrschenden Arbeiterpartei, Kim Yong-chol, in einer Erklärung gedroht, dass sich Südkorea wegen seiner Militärübungen mit den USA einer „ernsten Sicherheitskrise“ ausgesetzt sehen werde. Davor drohte die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un, Kim Yo-jong, Nordkorea werde seine Fähigkeiten für mächtige Präventivschläge ausbauen.

Im Mittelpunkt der jüngsten Militärübung stehen den Angaben Südkoreas zufolge Computersimulationen. Nur unbedingt notwendiges Personal werde teilnehmen. In den vergangenen Jahren hatten die USA und Südkorea auch aus diplomatischen Gründen die Manöver bereits reduziert. Die Verhandlungen über Nordkoreas Atomprogramm kommen seit dem gescheiterten Gipfeltreffen Kim Jong-uns mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump im Februar 2019 in Vietnam nicht voran. Die jetzige US-Regierung unter Präsident Joe Biden hatte neue Gespräche ohne Bedingungen angeboten, was Nordkorea aber ablehnte.


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