Erneut schwere Schäden durch Unwetter in Teilen Österreichs

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Schwere Unwetter haben am Sonntagabend und in der Nacht auf Montag erneut in Teilen Österreichs schwere Schäden verursacht. Betroffen waren vor allem Salzburg, Tirol, die Steiermark sowie Ober- und Niederösterreich. In Salzburg verlegte wie schon am Tag zuvor eine Mure in der Gemeinde Wald im Pinzgau die Krimmler Landesstraße (L 113). In Tirol wurde ein Feuerwehrmann von einer Mure verschüttet, aber von Kollegen gerettet. Meteorologen warnten vor weiteren Unwettern am Montag.

In Wald im Pinzgau kam es gegen 19.20 Uhr wie schon am Tag zuvor zu einem Murenabgang aufgrund eines Gewitters mit starkem Regen. Die Mure verlegte im Bereich Vorderkrimml zum Teil die Krimmler Ache und die Krimmler Landesstraße L 113. Die Gewitterfront richtete auch in anderen Gemeinden Schäden an. Bis Mitternacht absolvierten im Land Salzburg rund 600 Feuerwehrleute von 22 Feuerwehren rund 50 Einsätze.

Die Feuerwehren Wald und Neukirchen befanden sich laut Polizei wegen des neuerlichen Murenabgangs mit einer großen Mannschaft im Einsatz. Durch die Vermurung staute sich das Wasser im Bahnhofsbereich Vorderkrimml. Betroffen waren auch Häuser in der umliegenden Siedlung.

Die Krimmler Landesstraße ist derzeit ab dem Bahnhof Vorderkrimml nicht passierbar. Krimml ist nur über das Zillertal und den Gerlospass erreichbar. Die Aufräumarbeiten haben unmittelbar nach dem Murenabgang begonnen, da sich bereits vom Vortag schweres Gerät an Ort und Stelle befand.

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Die Gewitterfront am Sonntagabend hatte die Einsatzkräfte auch in zahlreichen anderen Salzburger Gemeinden auf Trab gehalten. Betroffen waren neben dem Pinzgau auch der Pongau, der Tennengau, der Flachgau und die Stadt Salzburg. Vor allem Sturmböen und Blitzschläge verursachten eine Vielzahl an Einsätzen. Um 19.00 Uhr gingen die ersten Notrufe ein. Die Einsatzkräfte mussten hauptsächlich umgestürzte Bäume entfernen, Verkehrswege freimachen, abgedeckte Dächer provisorisch abdichten und Schäden nach Blitzschlägen beseitigen, wie der Landesfeuerwehrverband berichtete. Einzig der Lungau blieb von dem Unwetter verschont.

Auch mehrere Flachgauer Ortsstellen der Wasserrettung rückten aus, um in Seenot geratenen Personen zu helfen. Am Wallersee, Mondsee und Wolfgangsee wurden Bootsbergungen durchgeführt. Für alle Flachgauer Seen und den Zeller See war die Sturmwarnung aktiviert worden.

Am Wolfgangsee fand die Vermisstensuche nach einem Stand-Up-Paddler ein glückliches Ende. Der 59-jährige Salzburger wollte laut Polizei von Gschwendt bei Strobl aus noch eine Runde über den See paddeln, obwohl die Sturmwarnleuchten bereits blinkten. Eine Windböe kippte das Board um, der Salzburger fiel ins Wasser und erreichte sein Board nicht mehr. Er klammerte sich an seinen mitgeführten Trockensack und versuchte, das Ufer zu erreichen, was ihm schließlich auch gelang. Feuerwehr, Wasserrettung und Polizei hatten in der Zwischenzeit mit Booten nach dem Mann gesucht. Sie fanden ihn schließlich unverletzt am Seeufer beim Gemeindebad „Waswiese“.

In Nassereith im Tiroler Bezirk Imst wurde am Sonntagabend ein 34-jähriger Feuerwehrmann von einer Mure erfasst und bis zum Kopf verschüttet. Feuerwehrkollegen und Helfern gelang es, den Mann mit bloßen Händen auszugraben und zu retten, berichtete die Polizei. Er wurde verletzt in das Krankenhaus Zams eingeliefert.

Indes gingen quer über Tirol Unwetter mit Starkregen nieder. In Kirchbichl im Bezirk Kufstein wurde etwa eine Unterführung der Langkampfenerstraße überflutet. Ein 23-jähriger Pkw-Lenker fuhr trotzdem durch die Unterführung und blieb nach rund 50 Metern stecken. Da das Wasser weiter stieg, musste sich der Mann durch das Fenster der Fahrertüre auf den Pkw retten. Er blieb unverletzt. Die Feuerwehr Kirchbichl barg das Auto aus der Unterführung. Ein starkes Unwetter mit Wolkenbruch und Hagel ging auch über Wenns im Pitztal nieder. Eine Mure ging ab, mehrere Bäche traten über die Ufer und ein Baum stürzte auf die L16 Pitztalstraße.

In der Steiermark verursachte das jüngste Unwetter vom Sonntagnachmittag nach ersten Erhebungen einen Schaden von 2,8 Millionen Euro, teilte die Hagelversicherung am Montag in einer Aussendung mit. Besonders betroffen waren die Bezirke Murtal, Weiz und Leibnitz. Der Gesamtschaden aufgrund von Hagelereignissen in der Landwirtschaft in der Steiermark in diesem Jahr liegt demnach bei 24 Millionen Euro.

Nach der drückenden Hitze kamen Unwetter mit Starkniederschlag, Sturm und Hagel über die Ober-, Süd- und Oststeiermark. Sie brachten auf rund 5.500 Hektar landwirtschaftlicher Fläche Schäden mit sich. Betroffen sind die Soja- und Maiskulturen, Kürbisse, Mais, Obst und Gemüse.

Zwei Stunden lang zog eine Unwetterfront Sonntagabend über Oberösterreich hinweg und bescherte 1.500 Mitgliedern von 113 Feuerwehren rund 260 Einsätze. Annähernd alle Bezirke waren hauptsächlich von Sturmschäden betroffen, berichtete das Landesfeuerwehrkommando. Die meisten Einsätze betrafen umgestürzte Bäume und abgedeckte Dächer, vereinzelt gab es Überflutungen und Brände wegen Blitzeinschlags.

Im Bezirk Rohrbach traf etwa ein umstürzender Baum ein Auto. Der 47-jährige Fahrer wich um 20.10 Uhr auf eine Wiese aus, weil über dem Güterweg ein Baum lag. Just in diesem Moment stürzte ein weiterer Baum genau auf das Fahrzeugdach und der Mann wurde eingeklemmt. Sein mitfahrender 17-jähriger Sohn und ein Anrainer befreiten ihn, er wurde ins Spital gebracht.

In Niederösterreich forderten Unwetter die Helfer in mehreren Teilen des Landes. Die Feuerwehren rückten nach Angaben von Franz Resperger vom Landeskommando zu 96 Einsätzen aus. Sturmböen hatten vielerorts für umgestürzte Bäume gesorgt. Betroffen waren neben dem Bezirk Neunkirchen u.a. auch St. Pölten sowie die Umgebung der Landeshauptstadt.

Für Montag prognostizierte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) den Durchzug einer Kaltfront mit dichten Wolken sowie mit kräftigem Regen durch Österreich. Dabei musste vor allem nördlich des Alpenhauptkammes im Laufe des Nachmittags mit einsetzendem Starkregen gerechnet werden. In den Niederschlag könnten auch Gewitter eingelagert sein, hieß es auf der Homepage der ZAMG. Im Süden und Südosten sollte die Sonne länger scheinen. Allerdings erwarten die Meteorologen auch hier in weiterer Folge zum Teil starke Gewitter.


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