Feuer in Südeuropa bringen Urlauber in Not

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Der Kampf gegen die Flammen in Südeuropa ist am Mittwoch mit voller Kraft weitergegangen. Besonders kritisch war die Lage in Frankreich und Italien, wo es weitere Opfer gab. Ein heftiges Feuer loderte auch in Griechenland, während Schweden von einer Regenflut heimgesucht wurde. Ein massiver Waldbrand westlich von Jerusalem ist unterdessen nach knapp drei Tagen gelöscht. Dies bestätigte am Mittwoch ein Sprecher des israelischen Ministers für innere Sicherheit.

Mit einem Großaufgebot kämpfte die Feuerwehr in Südfrankreich weiter gegen ausgedehnte Waldbrände. Die Behörden meldeten zwei Todesopfer. Außerdem seien 24 Anrainer und fünf Feuerwehrleute leicht verletzt worden. Die Flammen im bergigen Hinterland der Bucht von Saint-Tropez seien noch nicht unter Kontrolle und 7.000 Hektar Gelände bereits verbrannt, teilte die Präfektur in der Mittelmeerstadt Toulon mit. Mehr als 7.000 Anrainer und Touristen, die in Sicherheit gebracht worden waren, hatten die Nacht in 15 Notunterkünften verbringen müssen. Auch etliche Campingplätze wurden geräumt. An eine Rückkehr in die Wohnungen und Ferienquartiere sei noch nicht zu denken.

Nach Angaben des Senders „France Bleu Provence“ wurde ein etwa 50 Jahre alter Mann von einem Freund tot in seinem ausgebrannten Haus entdeckt. Später stießen Einsatzkräfte dort auf eine zweite verkohlte Leiche.

Die Brände waren nach großer Trockenheit und Hitze am Montag ausgebrochen. Zudem bekämpften über 300 Feuerwehrleute einen weiteren Brand in der Nähe des südfranzösischen Weinorts Beaumes de Venise in der Region Provence-Alpes-Côte d‘Azur. 130 Menschen, darunter auch Touristen, wurden dort in Sicherheit gebracht.

In Marseille fasste die Polizei unterdessen am Mittwochmorgen einen Brandstifter, der auf einem Hügel am Stadtrand Feuer gelegt hatte. Die Feuerwehr habe den Brand schnell ersticken können, teilte die Polizei mit. Bereits am Montag hatte es bei Marseille gebrannt.

In der süditalienischen Region Kalabrien ist ein weiterer Menschen vermutlich im Zusammenhang mit den Waldbränden gestorben. In der Kommune Acquaro sei in der Nacht auf Mittwoch die halbverbrannte Leiche eines 78-Jährigen gefunden worden, bestätigten die Carabinieri der angrenzenden Gemeinde Aren am Mittwoch. In Kalabrien wüteten in den vergangenen beiden Wochen heftige Waldbrände. Vier Menschen kamen dabei bereits ums Leben. Stark betroffen war unter anderem der Aspromonte Nationalpark.

Im Norden Italiens waren die Feuerwehren vieler Gemeinden weiterhin mit den Auswirkungen schwerer Regenunwetter beschäftigt. In Südtirol entfernten Einsatzkräfte Schlamm, nachdem im Norden der Provinz Bäche über die Ufer getreten waren. In Venetien zählte die Feuerwehr bis Mittwoch Hunderte Unwettereinsätze in zwei Tagen.

Griechische und polnische Feuerwehrleute haben am dritten Tag in Folge gegen einen unkontrollierten Wald- und Buschbrand im Westen Athens gekämpft. Acht Hubschrauber und drei Löschflugzeuge versuchten, die Flammen einzudämmen, die den dichten Pinienwald auf den Bergen zerstörten. Die Brandgefahr blieb weiter sehr hoch. Insgesamt waren in den vergangenen 24 Stunden 54 Wald-und Buschbrände ausgebrochen. Das Problem mit dem Brand nahe der Ortschaft Vilia im Westen Athens liegt nach Ansicht des stellvertretenden Bürgermeisters der Region darin, dass es keine Straßen oder Schneisen gebe, damit die Feuerwehr mit ihren Fahrzeugen die Brände auf den hohen Bergen erreichen kann.

Heftige Regenfälle haben im Osten Schwedens zu Überschwemmungen geführt. Besonders betroffen sei die Gegend rund um Gävle, wo am Mittwoch ganze Wohngebiete unter Wasser standen, meldete die Nachrichtenagentur TT. Der Regen überflutete Bahngleise. Die Polizei forderte die Menschen auf, zu Hause zu bleiben - der Schulstart wurde abgesagt.


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