Serie A startet - Inter vor schwieriger Titelverteidigung

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In Italien rollt am Wochenende in der Serie A wieder der Fußball, und erstmals seit langem ist nicht Serienmeister Juventus Turin das gejagte Team, sondern Inter Mailand. Der amtierende Champion startet am Samstagabend (18.30 Uhr) daheim gegen Genoa die Mission Titelverteidigung. Aus österreichischer Sicht liegt der Fokus auf ÖFB-Teamstürmer Marko Arnautovic und seinem neuen Verein FC Bologna sowie auf Liganeuling Venezia mit den Legionären Michael Svoboda und David Schnegg.

Der strahlende Triumph Italiens bei der Fußball-EM im Juni und Juli hat sich nicht automatisch auf die Serie A übertragen. Nicht zuletzt die Corona-Pandemie und ihre finanziellen Auswirkungen für die Clubs haben dazu geführt, dass Stars wie Romelu Lukaku oder Gianluigi Donnarumma die Liga verlassen haben. Zugleich waren die Vereine in der bisherigen Transferperiode vergleichsweise zurückhaltend. Auf der Trainerbank hingegen hat sich das Wechselkarussell umso schneller gedreht, zwölf der 20 Oberhaus-Clubs haben einen neuen Coach.

Im Kampf um den „Scudetto“ sind die üblichen Verdächtigen am Werk. Trotz der Vorjahrespleite mit Rang vier gilt Juventus von Cristiano Ronaldo, um den es zuletzt immer wieder Wechselgerüchte gegeben hatte, als Topfavorit gefolgt von den beiden Mailänder Clubs Inter und AC sowie SSC Napoli. Dahinter hoffen der Vorjahres-Dritte Atalanta Bergamo sowie die AS Roma mit Neo-Trainer Jose Mourinho auf Überraschungen.

Nach dem überzeugenden Meistertitel vergangene Saison ist bei Inter vieles neu. Simone Inzaghi löste Antonio Conte, der mit dem Sparkurs bei den „Nerazzurri“ nicht einverstanden war, ab. Inzaghi kann nicht mehr auf Stürmer-Star Lukaku zurückgreifen, der Belgier ging für 115 Millionen Euro nach England zu Chelsea. Zudem wechselte Außenverteidiger Achraf Hakimi zu PSG nach Frankreich. Beide Spieler waren letzte Saison für 31 Tore und 20 Vorlagen verantwortlich.

Diese Lücken sollen nun der 35-jährige Bosnier Edin Dzeko (von AS Roma geholt) und Denzel Dumfries (PSV Eindhoven) schließen. Ob der Däne Christian Eriksen, der bei der EM wiederbelebt werden musste und nun einen Defibrillator trägt, bei Inter eine Zukunft hat, ist indes unklar. Das gilt auch für Valentino Lazaro. Der ÖFB-Teamspieler steht zwar bei den Mailändern unter Vertrag, soll aber bis Transferschluss am 31. August noch verliehen werden. In der Pole Position soll sich laut Medienberichten Benfica Lissabon befinden.

Bei Juventus wurde neben dem Abschied von Club-Ikone Gianluigi Buffon auch das Trainer-Experiment mit Andrea Pirlo nach einem Jahr beendet, der frühere Erfolgscoach Massimiliano Allegri soll die „Alte Dame“ zu alter Stärke und zum 37. Meistertitel führen. Mit Manuel Locatelli holten die Turiner von Ligakonkurrent Sassuolo einen weiteren Europameister. Neben Leonardo Bonucci, Giorgio Chiellini und Federico Chiesa setzt Allegri aber auch auf Ronaldo. „Er wird eine viel größere Verantwortung haben. Er darf nicht nur Torjäger sein, er muss auch die jungen Spieler anführen“, sagte der Coach, auf den zum Auftakt am Sonntag ein Gastspiel bei Udinese wartet.

Für Vizemeister AC Milan beginnt Jahr eins nach dem Abgang des beim Club groß gewordenen Donnarumma. Der Keeper, bei der EM zum Spieler des Turniers gewählt, wechselte zur Star-Truppe von PSG und soll von Mike Maignan vom französischen Meister Lille ersetzt werden. Namhaftester Zugang der „Rossoneri“ ist der Franzose Olivier Giroud von Chelsea. Der 34-jährige Stürmer hat seine besten Jahre aber schon hinter sich.

Das Gegenteil wird der neue Trainer der AS Roma von sich behaupten, elf Jahre nach dem Abschied von Inter kehrte Mourinho nach Italien zurück. Der Roma gelang damit die spektakulärste Trainer-Verpflichtung, sportlich soll wesentlich mehr als Rang sieben aus der vergangenen Saison herausspringen. Mourinho sprach in Interviews von einer weiteren „Mission Impossible“, unmöglich deshalb, „weil die Leute von mir immer erwarten, dass ich gewinne“. Dabei helfen soll dem Portugiesen der englische Stürmer Tammy Abraham, der für 40 Millionen Euro von Chelsea geholt wurde.

Für eine kleine Euphorie hatte die Verpflichtung von Arnautovic bei den Fans des Serie-A-Mittelständlers Bologna gesorgt, gefolgt von der Ernüchterung durch das überraschend frühe Aus im Cup. Dennoch soll der 32-jährige Wiener die Truppe von Trainer Sinisa Mihajlovic näher an die Europacup-Plätze heranführen. „Ich komme nicht hierher, um Urlaub zu machen, sondern um etwas zu gewinnen“, hatte Arnautovic bei seiner Ankunft verkündet. Am Sonntag wartet auf Bologna Aufsteiger Salernitana.

Zum ersten Mal seit 20 Jahren befindet sich Venezia wieder in der Serie A. Zum Auftakt reisen die Venezianer, bei denen die österreichischen Verteidiger Svoboda und Schnegg ihre Premiere im italienischen Oberhaus feiern könnten, am Sonntag nach Neapel, wo seit Juli mit Luciano Spalletti ebenfalls ein neuer Trainer das Sagen hat.


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