Ex-Finanzminister und Rapid-Präsident Edlinger verstorben

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Ex-Finanzminister Rudolf Edlinger (SPÖ) ist am Samstag 81-jährig verstorben. Das teilte der SP-Pensionistenverband (PVÖ) mit, als dessen Wiener Präsident Edlinger bis 2019 fungierte. Er war langjähriger Wiener Kommunalpolitiker, aber auch Präsident des Fußballvereins Rapid Wien und des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstands (DÖW). Von 1997 bis 2000 war er der 15. Finanzminister der Zweiten Republik.

Wiens Bürgermeister und SP-Landesparteichef Michael Ludwig reagierte mit tiefer Trauer. „Als einer meiner Amtsvorgänger als Wiener Wohnbaustadtrat, langjähriger Mandatar des Wiener Landtages und Gemeinderats, als Nationalratsabgeordneter sowie als Finanzminister und zuletzt als Präsident des PVÖ Wien hat Rudi dem politischen Geschehen in Österreich immer seinen Stempel aufgedrückt“, teilte der Bürgermeister: „Unter seiner Ägide als Präsident des SK Rapid Wien errang Österreichs Rekordmeister zweimal den Titel, nämlich 2005 und vorerst zum letzten Mal 2008. Mit seinem Ableben haben die PensionistInnen einen starken Mitstreiter für ihre Rechte und gesellschaftliche Anerkennung verloren. „

PVÖ-Präsident Peter Kostelka würdigte die „lange und erfolgreiche politische Karriere“ des Verstorbenen. „Rudolf Edlinger begann bei der Jungen Generation, stieg bis in die Wiener Stadtregierung und die Bundesregierung auf, um anschließend von 2003 bis 2019 über 16 Jahre dem Wiener Pensionistenverband vorzustehen“, so Kostelka. PVÖ-Ehrenpräsident Karl Blecha zeigte sich ebenfalls tief betroffen: „Seit Jugendtagen waren wir freundschaftlich und politisch immer engstens verbunden.“

Der Wiener Pensionistenverbands-Chef Harry Kopietz hob die Fußball-Leidenschaft Edlingers hervor. „Das manifestierte sich nicht zuletzt in seiner zwölfjährigen Tätigkeit von 2001 bis 2013 als Präsident des traditionsreichen Wiener Fußballvereins Rapid“, erklärte er: „Mit seinem Ableben hat nicht nur die Politik, sondern auch die Sportwelt in Österreich eine bedeutende Persönlichkeit verloren.“

Edlinger, am 20. Februar 1940 geboren, war gelernter Lithograf. 1964 stieg er als SPÖ-Bezirksparteisekretär auch beruflich in die Politik ein. 1976 bis 1981 war er Landesparteisekretär der Wiener SPÖ. Von 1969 bis 1986 saß Edlinger im Gemeinderat, die letzten fünf Jahre davon als Klubobmann.

Am 25. Juni 1986 wechselte er als Amtsführender Stadtrat für Wohnbau und Stadterneuerung in die Landesregierung. Im November 1994 übernahm er das Ressort Wirtschaft und Finanzen. Von Jänner 1997 bis Februar 2000 war Edlinger dann Finanzminister. Nach dem Ausscheiden aus der Regierung durch die Bildung der schwarz-blauen Koalition im Jahr 2000 blieb er noch zwei Jahre als Nationalrats-Abgeordneter politisch aktiv.

Gerne fungierte Edlinger als Reibebaum, nur selten nahm er sich ein Blatt vor den Mund. So trug er etwa gerne eine Krawatte mit blauen Schweinen. Legendär wurde etwa sein Spruch, wonach er lieber seinen Hund auf die Wurst als die ÖVP auf das Budget aufpassen lassen würde.


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