UNO warnt vor „humanitärer Katastrophe“ in Afghanistan

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Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen warnt angesichts der Entwicklung in Afghanistan vor einer „humanitären Katastrophe“. Die „ohnehin schon schreckliche Situation“ könnte sich zu einer „absoluten Katastrophe“ entwickeln, sagte die Afghanistan-Direktorin des Programms, Mary-Ellen McGroarty, der britischen Sonntagszeitung „The Observer“. Ein Großteil der humanitären Hilfsorganisationen will seine Arbeit in dem krisengebeutelten Land jedenfalls fortsetzen.

Alle Organisationen der Vereinten Nationen, wie etwa das Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR), wollen nach Informationen der „Welt am Sonntag“ ihre Arbeit in Afghanistan fortsetzen. Nach Angaben des UNO-Informationsbüros in Genf handle es sich dabei um etwa 300 ausländische und rund 3.000 einheimische Mitarbeiter.

„In vielen Provinzen wurden wir von den Taliban gebeten, dass wir bleiben und unsere nachweislich erfolgreiche Arbeit für Kinder fortsetzen“, so das Kinderhilfswerk UNICEF gegenüber der „WamS“. Laut Einschätzung des UNO-Büros in Kabul in dem Bericht wollen auch die meisten der über 150 nicht-staatlichen Hilfsorganisationen (NGOs) vor Ort bleiben. Dies betreffe mehrere Tausend Mitarbeiter.

Die Hilfe wird auch dringend benötigt. Das WFP schätzt, dass von den etwa 38 Millionen Menschen in Afghanistan heute schon 14 Millionen nicht genug zu essen haben. Das Land wird auch von einer schweren Dürre geplagt. McGroarty forderte eine enge Abstimmung innerhalb der internationalen Gemeinschaft. „Wir müssen Unterstützung ins Land bringen - nicht nur Nahrung, auch medizinische Unterstützung und Schutz. Wir brauchen Geld, und wir brauchen es jetzt“, appellierte sie. Falls nicht innerhalb von sechs oder sieben Wochen Hilfe eintreffe, werde es zu spät sein - viele Straßen seien dann durch Schnee nicht mehr passierbar.

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Nach Angaben von UNICEF benötigen - unabhängig von den politischen Entwicklungen - bereits fast zehn Millionen Mädchen und Buben in Afghanistan humanitäre Hilfe. Das Welternährungsprogramm habe alleine in dieser Woche 80.000 Menschen mit Essen versorgen können. Insgesamt konnten 400.000 Flüchtlinge innerhalb des Landes verpflegt werden, so die Organisation. Aktivitäten der Organisation mussten in einigen Gegenden kurzzeitig wegen Kämpfen und Gewalt unterbrochen werden. Die Hilfslieferungen sollen nach Angaben einer Sprecherin kommende Woche wieder fortgesetzt werden.


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