Schwedischer Regierungschef Löfven kündigt Rücktritt an

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Der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven zieht sich nach sieben Jahren an der Spitze der Regierung noch in diesem Herbst zurück. Der 64-Jährige kündigte am Sonntag an, dass er Anfang November sein Amt als Vorsitzender der Sozialdemokraten niederlegen und dann auch als Regierungschef aufhören werde. Die Entscheidung sei schon seit einer Weile in ihm gereift, sagte Löfven am Sonntag in Akersberga in der Nähe von Stockholm. Die Nachfolge ist offen.

Der Sozialdemokrat hatte zu Beginn des Sommers schon einmal vor dem Ende seiner politischen Karriere gestanden. Auslöser für die Krise seiner Minderheitsregierung war ein Streit mit dem kleineren linken Koalitionspartner um die Mietpreise für Neubauten. Nur wenige Tage nach der verlorenen Abstimmung konnte er sich aber wieder die nötige Unterstützung im Parlament verschaffen.

Bereits nach seiner Wiederwahl hatte Löfven klargemacht, dass die politischen Probleme längst nicht vom Tisch seien. Die Lage im Reichstag sei weiter sehr beschwerlich, daran bestehe kein Zweifel, sagte er damals. Seither gab es mehrfach Spekulationen über einen vorzeitigen Abschied. Über die Nachfolge soll nun bei einem Parteitag der Sozialdemokraten entschieden werden. Das Treffen findet vom 3. bis 7. November statt. Die nächste reguläre Parlamentswahl ist in Schweden für September 2022 geplant.

Im derzeitigen Parlament ist Löfvens Mehrheit äußerst dünn: Rot-Grün verfügt gemeinsam nur über 116 der 349 Mandate. Auf die denkbar knappe Mehrheit von insgesamt 175 Stimmen kommt er nur mit Hilfe der Linken und der Zentrumspartei, die seine Minderheitsregierung unterstützen. Ereignisse wie die Krise im Frühsommer zeigen jedoch, dass alles auf wackeligen Beinen steht.

In den vergangenen Jahren wurde es in Schweden deutlich schwieriger, politische Mehrheiten zu finden. Die klassische Konstellation mit zwei etwa gleich starken Lagern - ein linksgerichtetes mit den Sozialdemokraten an der Spitze und ein bürgerliches unter Führung der Moderaten - ist dahin. Durch das Erstarken der rechtspopulistischen Schwedendemokraten ist alles komplizierter geworden.

Der frühere Gewerkschafter Löfven wurde im Oktober 2014 erstmals Ministerpräsident. Nach der jüngsten Wahl 2018 dauerte es mehrere Monate, bis ein Abkommen mit dem Zentrum und den Liberalen stand. Beide zählen eigentlich zum bürgerlichen Block, unterstützten Löfven aber im Gegenzug für Zugeständnisse. Dieser setzte zudem auf die Stimmen der Linken, die ihn bei dem Misstrauensvotum im Frühsommer aber fallen ließen.

Das Abkommen mit der Zentrumspartei und den Liberalen ist Vergangenheit. Das Zentrum weigert sich zudem, der Linkspartei Einfluss zu gewähren. Den Grünen wiederum passen die Reformforderungen nicht, an die das Zentrum seine Unterstützung für Löfven koppelt. Als besonders strittig galten die Verhandlungen über den kommenden Staatshaushalt.


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