Italien erwägt Impfzwang bei zu niedriger Durchimpfungsrate

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Italien erwägt die Einführung eines Impfzwanges, sollte zu Herbstbeginn nicht eine Herdenimmunität von 80 Prozent der geimpften Bevölkerung erreicht worden sein. „Dies ist der letzte Aufruf zu Impfungen. Wenn wir bis zum 15. September die Schwelle von 80 Prozent der geimpften Bevölkerung nicht überschritten haben, müssen wir eine Form der Impfpflicht in Betracht ziehen“, sagte Gesundheitsstaatssekretär Pierpaolo Sileri im Interview mit Tageszeitung „La Stampa“ (Montag).

„Ich würde die Menschen im Alter von über 40 Jahren schützen. Wir können die normale Arbeit der Krankenhäuser nicht weiter verlangsamen“, sagte Sileri. Seiner Meinung nach sollte die Durchimpfungsrate erhöht werden. „Wegen der Delta-Variante, die sich als wesentlich ansteckender erwiesen hat, sollten wir sie auf 80 Prozent der Bevölkerung erhöhen. Vielleicht sogar ein bisschen mehr“, sagte Sileri.

Eine Impfpflicht in Unternehmen überzeugt ihn hingegen nicht. „Für die Wirtschaft wäre eine Verlängerung des Grünen Passes sinnvoller als eine Impfpflicht“, meinte der Staatssekretär. Der Grüne Pass müsse an den Verlauf der Pandemie gekoppelt und „extrem flexibel“ sein, um „Schließungen und Einschränkungen zu vermeiden“.

„Wenn die Zahl der Fälle unter den Geimpften steigt, weil die Durchimpfungsrate in den letzten Monaten gesunken ist, muss eine dritte Dosis verabreicht werden“, erklärte Sileri. Zuvor sollen noch die Daten geprüft werden.


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