Nikola Bilyk nach Kreuzbandriss wieder voll im Training

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Österreichs Handball-Export Nikola Bilyk ist mit seinem Verein, dem THW Kiel, auf Trainingslager in Graz und hat sich nach seinem Kreuzbandriss bei einer Pressekonferenz am Montag wieder fast ganz fit gezeigt: „Athletisch fehlen mir sicher noch ein paar Prozent, um wieder da anzuknüpfen, wo ich vor der Verletzung war.“ Seit Anfang August ist er bei Kiel wieder voll im Training und habe bisher auch alles mitmachen können. „Die Explosivität fehlt mir aber sicher noch.“

Bilyk ist sich bewusst, dass es ein „längerer Prozess“ ist, bis er wieder am Stand von vor der Verletzung ist: „Ich hoffe, dass ich Tag für Tag und Training für Training immer mehr wieder zurückkomme und mir auch Sicherheit antrainiere.“ Er sei überzeugt, dass er sich die paar Prozent bis zu Saisonbeginn bzw. im Laufe der Saison wieder antrainiere. Auf die Qualifikation mit Österreichs Nationalteam für die EM in Ungarn und der Slowakei 2022 freue er sich schon: „Ich glaube, dass wir uns in den letzten Jahren weiterentwickelt haben und wieder da anknüpfen. In erster Linie müssen wir gesund bleiben, das ist ganz wichtig, weil wir keine große Nation sind, und wir können uns nicht darauf verlassen, dass wenn sich ein Spieler verletzt, sofort der nächste nachrückt.“

Österreichs wohl derzeit bester Handballer habe „kein einfaches Jahr“ hinter sich: „Wenn man so eine Verletzung hat, dann ist das eine Achterbahnfahrt. Es kann nicht immer nach vorne oder oben gehen, sondern auch mal bergab. Ich muss mir wieder alles neu antrainieren, der Körper muss sich wieder darauf einstellen“, sagte Bilyk. Es habe auch Rückschläge gegeben, wenn er mit dem verletzten Knie wieder etwas Neues ausprobiert habe und es nicht gleich gelang. Aber nach ein bis drei Wochen habe es geklappt und er habe den nächsten Schritt gemacht, schilderte er. „Es war ein bisschen ein Kampf mit sich selber. Geduld ist ein wichtiger Faktor dabei. Für keinen Sportler ist Geduld einfach.“ Für ihn war es auch schwer, „weil ich den Sport vermisst habe, mit der Mannschaft Handball zu spielen, zu trainieren und Spaß zu haben“.

Vergangene Woche hatte er ein erstes Freundschaftsspiel nach der Verletzung bestritten, am Mittwoch folgt das nächste, denn der THW Kiel wird im Raiffeisen Sportpark gegen eine steirische Auswahl antreten. Rund 1.000 Zuschauer sind laut Landessportkoordinator Dietmar Peißl zugelassen. Sie werden im Schachbrettmuster auf den Tribünen Platz nehmen können. Spielbeginn ist 18.00 Uhr, etwa die Hälfte der Tickets sei schon verkauft.

Der THW Kiel ist bereits zum dritten Mal für ein Trainingslager in Graz und schätze die Rahmenbedingungen. Trainer Filip Jicha zufolge hat man in den bisher drei Wochen Training für die neue Saison 36 Einheiten absolviert: „Wir arbeiten hart.“ Eine „einmalig seltsame Saison“ wie die vergangene will er nicht noch einmal erleben, auch wenn sich die „Zebras“ die deutsche Meisterschale geholt haben. Kapitän Domagoj „Dule“ Duvnjak sei froh, dass Bilyk wieder fit ist, denn im Vorjahr sei die Stimmung im Trainingslager gleich nach der Verletzung nicht so gut gewesen. Dann kamen auch noch zwei Mal Quarantäne für die ganze Mannschaft. „14 Tage ohne Handball und ohne Laufen sind brutal“, so Duvnjak.


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