Zwei Tote bei Autounfall: Tiefgaragenparty vor Unglücksfahrt

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Beim Prozess gegen einen 19-jährigen Kärntner am Landesgericht Klagenfurt sind am Vormittag zahlreiche Zeugen vernommen worden. Der Angeklagte hatte im März in Klagenfurt einen schweren Verkehrsunfall mit zwei Toten verursacht. Staatsanwältin Tina Frimmel-Hesse wirft dem jungen Mann grob fahrlässige Tötung vor. Vor Richter Alfred Pasterk zeigte er sich geständig, an den Unfall selbst kann er sich aber nicht mehr erinnern.

Zu dem folgenschweren Verkehrsunfall war es in der Nacht auf Samstag, den 6. März, gekommen. Laut Strafantrag war der 19-Jährige mit einer Geschwindigkeit von 148 km/h im Ortsgebiet von Klagenfurt unterwegs, als er die Kontrolle über das Auto verlor. Das Fahrzeug kam von der Straße ab, flog mehr als 30 Meter durch die Luft und prallte mit knapp 100 km/h gegen eine Hausmauerkante. Die zwei jungen Beifahrer waren sofort tot, der 19-Jährige selbst erlitt schwere Verletzungen.

Laut dem medizinischen Sachverständigen Wolfgang Tributsch hatte er ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma davongetragen. Dazu war sein Schlüsselbein gebrochen, er hatte eine Rippen-Serienfraktur samt Lungenkollaps, Leber und Milz waren verletzt, mehrere Wirbelfortsätze gebrochen. Zahlreiche Hautabschürfungen und Hämatome kamen noch dazu. Die Art der Verletzungen habe insgesamt ergeben, dass der 19-Jährige gefahren sei. Die Obduktion an den beiden Todesopfern habe zudem in der Rekonstruktion unzweifelhaft ergeben, dass die beiden am Beifahrersitz bzw. Rücksitz gesessen seien, als der Unfall geschah.

An jenem verhängnisvollen Abend gab es eine Pandemieparty, wie es der Richter nannte, und zwar in der Tiefgarage einer Klagenfurter Bank. Rund 25 junge Leute nahmen teil, es wurde Bier getrunken, war eine Kiste leer, wurde bei einer Tankstelle Nachschub geholt. Der Angeklagte habe im Lauf der Nacht immer wieder andere Partygäste zu einem Rennen aufgefordert, es sei aber niemand darauf eingestiegen, sagte eine Jugendliche. Gegen 2.30 Uhr fuhr der Angeklagte mit seinen beiden Freunden noch einmal „zu einer Runde“ aus der Garage. Praktisch alle Zeugen bestätigten, dass er das Fahrzeug, das dem Beifahrer gehörte, gelenkt hatte, ebenso, dass sie ihn Bier trinken gesehen hätten. Ein Zeuge sprach sogar von fünf Bier, die der 19-Jährige konsumiert hätte. Laut Gutachten hatte er 0,3 Promille Alkohol im Blut.

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Die Freundin des Autobesitzers sagte aus, sie habe in der Nacht einen Anruf von ihrem Freund erhalten, als die drei mit dem Auto unterwegs waren. „Er hat mehrmals zu B. gesagt, er soll nicht so schnell fahren“, sagte die Zeugin. Sie habe ihren Freund ersucht, das Telefon auf Lautsprecher zu stellen. „Ich habe ihn dann gebeten, langsamer zu fahren, aber er hat nur gelacht. Danach habe ich noch das Motorengeräusch gehört und dann war nur noch ein Rauschen.“

Eine Zeugin, die sofort zum Unfallort gefahren war, als sie von dem Crash erfuhr, sagte, der Angeklagte sei bereits einige Meter neben dem Wrack gelegen, als sie gekommen sei. Sie habe mit ihm gesprochen, er habe ihr zwei Mal gesagt, der Autobesitzer sei gefahren. Die beiden Toten habe sie nicht gesehen.

Nach der Mittagspause stand die Vernehmung weiterer Zeugen sowie die Erörterung von Gutachten am Programm. Ein Urteil wurde für den späten Nachmittag erwartet.


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