Filmfestspiele Venedig wartet mit vielen Stars auf

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Vor wenigen Wochen erst feierte das Festival Cannes die Wiederbelebung der Filmbranche. Könnte es sein, dass Cannes schon die besten Filme abbekommen hat und Venedig sich mit eher unbedeutenderen Werken und Namen abfinden muss? Das war die Frage, die seitdem im Raum stand. Jetzt, vor der Eröffnung der 78. Internationalen Filmfestspiele Venedig am 1. September ist klar: Cannes war erst der Auftakt, Venedig kann mit noch mehr Stars und Hollywood-Produktionen auftrumpfen.

Während im südfranzösischen Cannes auffallend wenig US-Filme zu sehen waren, scheint es nun, als habe Hollywood auf das Festival in der italienischen Lagunenstadt gewartet - und zeigt dort gleich mehrere Studio-Großproduktionen. So feiert Ridley Scotts Actionsspektakel „The Last Duel“ mit Matt Damon, Adam Driver und Ben Affleck seine Premiere, genauso wie Jamie Lee Curtis in der Fortsetzung des Grusel-Horrors „Halloween Kills“. Auch die mit Spannung erwartete Neuauflage des Science-Fiction-Epos „Dune“ wird in Venedig gezeigt, für das Denis Villeneuve mit Timothée Chalamet, Rebecca Ferguson, Oscar Isaac, Josh Brolin, Stellan Skarsgård, Charlotte Rampling und Javier Bardem ungewöhnlich viele Stars vor die Kamera holte.

Hollywoods Interesse am Filmfest Venedig hat sicherlich damit zu tun, dass gleich mehrere Oscar-Gewinner der vergangenen Jahre - darunter „Nomadland“, „Joker“ und „Shape of Water“ - zuerst in Venedig gezeigt wurden. Los geht es am Mittwoch, 1. September, allerdings mit einem europäischen Werk: In „Madres paralelas“ des spanischen Oscar-Gewinners Pedro Almodóvar spielt Penélope Cruz eine von zwei Frauen, die ungeplant schwanger wurden und sich kurz vor der Geburt in einem Krankenhaus treffen.

20 weitere Beiträge - heuer ohne österreichische Beteiligung - werden dann in den folgenden Tagen ebenfalls um den Goldenen Löwen für den besten Film konkurrieren. Einer von ihnen ist „Spencer“, ein zu großen Teilen in Deutschland gedrehtes Drama um Princess Diana mit Kristen Stewart in der Hauptrolle. Paul Schrader, der die Drehbücher zu „Taxi Driver“ und „Wie ein wilder Stier“ schrieb, zeigt „The Card Counter“ mit Oscar Isaac und Willem Dafoe. Paolo Sorrentino („La Grande Bellezza – Die große Schönheit“) kehrt mit „È stata la mano di Dio“ ins Neapel seiner Jugend zurück, während „Competencia oficial“ mit Penélope Cruz und Antonio Banderas eine Satire über das Filmgeschäft ist.

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Auch einige Frauen - fünf der 21 Beiträge stammen von einer Regisseurin - könnten den Wettbewerb aufmischen. Schauspielerin Maggie Gyllenhaal zum Beispiel legt mit „The Lost Daughter“ nach einem Roman von Elena Ferrante ihr Regiedebüt vor und verpflichtete dafür Olivia Colman und Dakota Johnson. Ein weibliches Regie-Schwergewicht hingegen ist bereits Jane Campion. Die Neuseeländerin, die mit „Das Piano“ vor fast 30 Jahren einen weltweiten Erfolg feierte, meldet sich nach einer längeren Kinopause zurück. In ihrem „The Power of the Dog“ verkörpern Benedict Cumberbatch und Jesse Plemons neben Kirsten Dunst ein Brüderpaar, dessen Leben plötzlich auf den Kopf gestellt wird.

Er habe den Eindruck, „als ob die Pandemie dazu gedient hätte, die Kreativität anzuregen und die Messlatte für Qualität höher zu legen“, erklärte Festivalleiter Barbera vorab. Viele Filme habe er aus Platzgründen gar nicht ins Programm nehmen können. Ob er mit dieser Auswahl einmal mehr sein gutes Gespür für international erfolgreiche Werke beweisen kann? Das wird sich während des Festivals zeigen - und mit den Auszeichnungen, die die Jury um den südkoreanischen Oscar-Gewinner Bong Joon Ho („Parasite“) zum Filmfest-Ende am 11. September vergibt.


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