SPÖ vermisst pädagogisches Konzept bei Corona-Schulplänen

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Die SPÖ kann mit den Plänen von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) zum Schulstart nur zum Teil etwas anfangen und vermisst abseits der Corona-Sicherheitsmaßnahmen ein pädagogisches Konzept. Es sei nicht klar, wie Bildungsrückstände nachgeholt werden können, sagte Bildungssprecherin Petra Vorderwinkler am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Sie schlug unter anderem den Einsatz von unterstützenden Pädagoginnen und Pädagogen in den beiden ersten Schuljahren vor.

Nach wie vor sei vieles nach Faßmanns Pressekonferenz am Mittwoch unklar, befand Vorderwinkler. „Die Pläne, die vorgestellt worden sind, sind mehr, als wir zum letzten Schulbeginn bekommen haben, allerdings halbherzig“, betonte sie abermals. Klar sei aber: „Die Schule muss offen bleiben.“ Schüler hätten sich verdient, einen sicheren Schulstart gewährleistet zu bekommen.

Was Vorderwinkler fehlt, ist allerdings ein pädagogischer Teil für den Herbst. Zwar gebe es einen Erlass des Ministeriums, wonach Bildungsrückstände nachgeholt werden können, dies solle aber schulautonom stattfinden. Laut der SPÖ-Bildungssprecherin sollte es stattdessen zusätzliche Förderstunden geben, die bis zum Ende des Schuljahres durchgehend und flexibel einsetzbar sind, „je nachdem, wo sie gebraucht werden“.

Entscheidend für die Entwicklung der Kinder sind für Vorderwinkler vor allem die ersten Jahre. Daher solle zu Beginn des ersten und zweiten Schuljahres je eine zweite Pädagogin oder ein zweiter Pädagoge das Lehrpersonal unterstützen, schlägt sie vor. Und: „Corona hat viele Schwächen dieses Bildungssystems ganz klar an die Oberfläche gespült.“ Daher müsse die Krise auch zum Anlass genommen werden, sich das Bildungssystem genau anzuschauen.

Skepsis gegenüber Faßmanns Plänen kam auch aus der eigenen Partei des Bildungsministers. Tirols Bildungslandesrätin Beate Palfrader begrüßte das Schulpaket zwar grundsätzlich, die Vorgangsweise bei den Tests bezeichnete sie in der „Tiroler Tageszeitung“ (Donnerstag-Ausgabe) aber als „sehr schwierig“. Sie ist sich nicht sicher, ob es gelinge, die wöchentlich vorgeschriebenen PCR-Tests zeitnah auszuwerten. Palfrader versteht daher nicht, warum nicht generell weiter nur auf die „Nasenbohrertests“ vertraut werde: „Sie haben sich bewährt, die Schüler sich eigentlich daran gewöhnt.“


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