Polizei in Salzburg sucht vermisstes Ex-Paar

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In Salzburg beschäftigt das Verschwinden eines geschiedenen Ehepaars die Polizei. Wie die „Salzburger Nachrichten“ am Donnerstag berichteten, war am Dienstag das Auto der in Salzburg lebenden Eheleute aus Bosnien im Riedingtal (Lungau) gefunden worden. Wie die Polizei der APA bestätigte, wurden in dem Wagen Blutspuren entdeckt. Eine Suchaktion am Mittwoch und Donnerstag blieb bisher ohne Erfolg. Die Exekutive schließt derzeit weder einen Unfall noch ein Verbrechen aus.

Die Handys der Frau und des Mannes dürften zuletzt am Montag zwischen Großgmain und dem Grödiger Ortsteil Fürstenbrunn am Fuße des Untersbergs nahe der Landeshauptstadt eingeloggt gewesen sein. Die Suche mit Beamten und Suchhunden konzentrierte sich darum gestern neben dem Lungau auch auf das Gebiet des Untersbergs, heute wird ausschließlich im Bereich Untersberg gesucht. Fehlt von den Vermissten auch am Abend noch jede Spur, sollen morgen im Lungau vermehrt Suchhunde zum Einsatz kommen.

Die Polizei hielt sich am Donnerstag mit Informationen bedeckt. „Wir können leider noch keine Details nennen. Es wird derzeit in der Gerichtsmedizin abgeklärt, ob das entdeckte Blut jemandem zugeordnet werden kann“, sagte eine Sprecherin der Landespolizeidirektion zur APA. Derzeit werde die Causa noch als Vermisstenfall samt Sucheinsatz behandelt. „Auch ein Unfallgeschehen kann nicht ausgeschlossen werden. Es wird aber genauso in Richtung eines Gewaltverbrechens ermittelt.“

Laut Medienberichten soll das Paar bereits seit ein bis zwei Jahren geschieden sein. Wegen des Verkaufs der gemeinsamen Wohnung sollen sich die beiden nun in Salzburg getroffen haben. Die Frau wurde dann offenbar am 23. August von Angehörigen als vermisst gemeldet, am Tag darauf ergriff das Landeskriminalamt Schritte für die Suche.

Beim dem im Riedingtal auf einem Abstellplatz gefundenen Auto - mehr als 90 Straßenkilometer südlich des Suchortes am Untersberg - wurden die Blutspuren offenbar an einem Türfalz sichergestellt. „Es handelt sich aber nicht um eine große Blutlache, sondern um eine kleine Blutspur“, sagte die Polizeisprecherin zur APA. Gefunden wurde das Auto, weil es durch ein eingebautes Notrufsystem von der BMW-Zentrale in München auf den Meter genau zu orten gewesen sei.

An der Suchaktion waren bisher auch zwei Hubschrauber und speziell für das Aufspüren von Blutspuren ausgebildete Suchhunde beteiligt. Die Frage, ob es abseits der gefundenen Blutspur weitere Hinweise gibt, die für eine Gewalttat sprechen, wollte die Polizei aus Rücksicht auf die Angehörigen und aus ermittlungstaktischen Gründen nicht beantworten.


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