Salzburg in CL gegen Lille, FC Sevilla und Wolfsburg

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Die Auslosung der Champions-League-Gruppenphase hat für Red Bull Salzburg keine Gegner aus der absoluten Top-Riege gebracht. Österreichs Fußball-Meister bekam am Donnerstag in Istanbul in Gruppe G den französischen Meister Lille, den FC Sevilla und den VfL Wolfsburg als Kontrahenten zugeschanzt. Das erste Match steigt am 14. oder 15. September, der genaue Spielplan stand zunächst nicht fest.

Lille ließ in der vergangenen Ligue-1-Saison sensationell Paris Saint-Germain hinter sich, der FC Sevilla beendete die spanische Liga 2020/21 als Vierter. Auch Wolfsburg wurde zuletzt in Deutschland Vierter. Bei den Deutschen steht Ex-Salzburg-Profi Xaver Schlager unter Vertrag. Für Salzburg ist es die dritte Teilnahme an der „Königsklasse“, bisher war immer nach der Gruppenphase Endstation. Die Top zwei der Gruppe steigen ins Achtelfinale auf.

Trainer Matthias Jaissle zeigte sich mit dem Los nicht unzufrieden. „Die ganz großen Namen sind nicht dabei, aber vor den Gegnern ist großer Respekt da. Wir wollen uns mit den Besten messen und dazu haben wir jetzt die Möglichkeit. Ich freue mich auf die Spiele“, erklärte der Deutsche.

Den Aufstieg in die K.o.-Phase wurde von Jaissle zumindest öffentlich nicht als Ziel ausgegeben. „Unser Anspruch ist es, dass wir diese Top-Mannschaften ärgern wollen“, betonte der 33-Jährige.

Ähnlich äußerte sich Zlatko Junuzovic. „Das ist eine sehr interessante Gruppe, da ist sicher alles möglich. Wir wissen um unsere Stärke, aber auch, was uns erwartet. Mit unserer Qualität und Energie ist auf jeden Fall etwas zu holen.“

Sollte der heimische Serienchampion die Gruppe unter den Top zwei abschließen, wäre er der erste österreichische Club seit Sturm Graz 2000/2001, der in der Champions League überwintert. So weit wollte Salzburgs Sportchef Christoph Freund aber noch gar nicht denken. „Es sind zwar nicht die ganz großen Namen dabei, doch wir spielen gegen den aktuellen französischen Meister. Der FC Sevilla ist eine internationale Top-Mannschaft und Wolfsburg ein starker Bundesligist“, sagte Freund und wies darauf hin, dass sowohl Wolfsburg als auch Sevilla ihre Ligen anführen - allerdings sind jeweils erst zwei Runden gespielt.

Sevilla befand sich in der Vorsaison lange im Titelrennen und verlor erst im Finish den Anschluss. Betreut werden die Andalusier vom früheren spanischen Teamchef und Ex-Real-Madrid-Coach Julen Lopetegui, zu den prominentesten Spielern zählen Ivan Rakitic oder Thomas Delaney. „Für mich ist Sevilla eine der stärksten Mannschaften und der Gruppenfavorit“, sagte Freund. Salzburg-Verteidiger Maximilian Wöber brachte es 2019 auf sieben Liga-Partien für den FC Sevilla.

Aus Topf eins kam der französische Meister Lille, der im Sommer einige seiner besten Spieler der Vorsaison wie Boubakary Soumare (Leicester City/20 Millionen Euro) oder Mike Maignan (AC Milan/13 Mio.) verkaufte. Trainer Christophe Galtier wechselte zu Nizza und wurde durch Jocelyn Gourvennec ersetzt. Nach drei Runden liegt Lille in der Liga mit zwei Punkten nur an der 17. Stelle.

Wolfsburg hingegen startete mit zwei Siegen in die Meisterschaft. Aktueller Coach ist Mark van Bommel, der den zu Eintracht Frankfurt abgewanderten Oliver Glasner ersetzte. Als Stammspieler bei den „Wölfen“ ist Ex-Salzburg-Kicker Xaver Schlager gesetzt. „Das ist eine spezielle Geschichte. Er ist ein Junge von uns, ein cooler Typ. Er ist eines unserer Aushängeschilder, wie bei uns Talente ausgebildet werden“, sagte Freund über den ÖFB-Teamspieler.

Mit Pavao Pervan steht bei Wolfsburg auch ein zweiter Österreicher unter Vertrag. Der Ex-LASK-Goalie ist aber nur Ersatz, weil es an Kapitän Koen Casteels kein Vorbeikommen gibt. Der Belgier sprach nach der Auslosung von „einer guten Gruppe für uns. Wir haben von der Papierform her nicht die allerschwersten Gegner erwischt und die Chance, weiterzukommen, ist gegen diese Mannschaften vermutlich etwas größer als in anderen Gruppen. Nichtsdestotrotz werden uns gegen Lille, Sevilla und Salzburg schwierige Spiele erwarten und wir müssen Top-Leistungen abrufen, um gegen diese Teams zu bestehen“, meinte Casteels.


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