Starker Rückgang bei Schulwegunfällen durch Lockdowns

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Lockdowns und Home-Schooling hatten zuletzt die Zahl der Schulwegunfälle und der dabei verletzten Kinder fast halbiert, und kein einziges Kind ist im Vorjahr auf dem Weg von oder zur Bildungseinrichtung tödlich verunglückt, berichtete der Verkehrsclub Österreich (VCÖ). 2019 waren noch vier Kinder bei Schulwegunfällen ums Leben gekommen. In Ostösterreich beginnt in eineinhalb Wochen wieder der Präsenzunterricht - jetzt sollten Eltern mit ihrem Nachwuchs den Weg üben.

2020 war die Zahl der Schulwegunfälle wegen Corona-Maßnahmen so niedrig wie nie seit Bestehen der Unfallstatistik - sie ging laut VCÖ um knapp 47 Prozent im Vergleich zum Jahr davor zurück, die Zahl der verletzten Kinder um 49 Prozent. 272 Verkehrsunfälle am Schulweg wurden gezählt, 2019 waren es 510 und 2018 noch 570, belegen Daten der Statistik Austria. Der Anzahl der am Schulweg im Straßenverkehr verletzten Kinder sank von 576 auf 292. Die meisten Schulwegunfälle gab es in Oberösterreich mit 54, in der Steiermark waren es 41, in Niederösterreich 37 und in Wien 34.

Im ersten Quartal 2021 verstärkte sich dieser Trend noch: Der VCÖ verzeichnete einen Rückgang der Schulwegunfälle von minus 58 Prozent. Im Vergleichszeitraum 2020 wurden noch 84 solcher Unglücke dokumentiert, in den ersten drei Monaten 2021 waren es nur 35. Die Zahl der verletzten Kinder nahm um 63 Prozent von 92 auf 34 ab.

Jetzt gegen Ferienende sollten Eltern mit den bis zu Zwölfjährigen die zu bewältigende Strecke üben. „Bei den insgesamt 88.800 Schulanfängern und bei Kindern, die die Schule wechseln, ist es wichtig, den besten Schulweg zu eruieren“, empfiehlt der VCÖ: die Route wählen, wo weniger Autos fahren und weniger Straßen zu überqueren sind, den Schulweg aus der Perspektive des Kindes betrachten und Gefahrenstellen der Gemeinde oder in Wien dem Bezirk melden.

„Schulwege sind sicherer als Freizeitwege. Für Kinder ist der Schulweg die Chance, Kompetenz für das Verhalten im Straßenverkehr zu erlangen“, hielt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest. „Elterntaxis nehmen dem Kind diese Chance und verursachen zudem Verkehrsprobleme im Schulumfeld.“

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