Salzburger Festspiele verzeichneten 91 Prozent Auslastung

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Die noch bis zum kommenden Dienstag laufenden Salzburger Festspiele haben am Freitag Bilanz über die zu Ende gehenden Festivalsaison 2021 gezogen. Nach der pandemiebedingt entschlackten Auflage im Vorjahr - dem eigentlichen 100-Jahre-Jubiläum - wurden heuer jene Produktionen umgesetzt, die eigentlich 2020 vorgesehen waren. Und das offenbar mit Erfolg. Dafür sprechen nicht nur eine Vielzahl positiver Opern-, Schauspiel- und Konzertkritiken, sondern auch die nackten Zahlen.

Die Corona-Auflagen haben es erlaubt, die Veranstaltungen diesen Sommer mit Vollkapazität zu verkaufen. Wie die Salzburger Festspiele mitteilten, wurden von 17. Juli bis 31. August insgesamt 227.062 Karten ausgegeben, darunter 198.380 für reguläre Veranstaltungen und über 12.000 Tickets für Einlass- und Generalproben. Die Platzauslastung lag trotz Pandemie bei 91 Prozent - obwohl Gäste aus Fernost und den USA weitgehend ausblieben. Die Einnahmen bezifferte das Festival heute mit 26,7 Mio. Euro brutto.

„Zum letzten Festspielwochenende dürfen wir uns über einen dreifachen Erfolg freuen. Wir konnten in Zeiten der Pandemie sichere Festspiele abhalten. Wir haben in Oper, Schauspiel und Konzert Produktionen gezeigt, die so nur unter den idealen Bedingungen für Proben und Aufführungen bei den Salzburger Festspielen möglich sind, und wir durften Karteneinnahmen verbuchen, die all unsere Hoffnungen überstiegen“, teilte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler mit.

Die heurige Saison ist nach 27 Jahren ihre letzte. Rabl-Stadler übte die Funktion seit 1995 aus und tritt mit Jahresende zurück - ein Jahr später als ursprünglich geplant, weil die Coronapandemie einen Strich durch das 2020 geplante 100-Jahr-Jubiläum gemacht hat. Eine neue Aufgabe scheint für die umtriebige Präsidentin aber bereits gefunden: Wie die „Salzburger Nachrichten“ am Freitag berichteten, wird Rabl-Stadler ab 2022 gemeinsam mit der Journalistin Ilse Fischer das Programmkomitee für ein neues jährliches europäisches Kulturforum im Schloss Leopoldskron leiten.

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Bewährt hat sich nach dem Vorjahr erneut das (gegenüber den Vorgaben des Bundes deutlich strengere) Corona-Präventionskonzept der Festspiele. „Wir konnten zum zweiten Mal beweisen, dass Kulturveranstaltungen auch in Zeiten der Pandemie und in diesem Jahr der Delta-Variante möglich sind und sicher durchgeführt werden können“, sagte der kaufmännische Direktor Lukas Crepaz. Im Publikumsbereich wurden bei 227.062 Besuchern bis 27. August lediglich zwei Personen mit einer Corona-Infektion gemeldet. Beide besaßen zum Zeitpunkt des Besuchs einen gültigen 3G-Nachweis, waren nach ihrem Besuch aber positiv getestet worden. Bei beiden Fällen kam es zu keiner Folgeinfektion von anderen Festspielbesuchern. Infektionen habe es vereinzelt im Backstagebereich gegeben, räumte Crepaz ein - allerdings ohne Clusterbildung, wofür auch die in dringenden Fällen rasche Auswertung von PCR-Tests bereits 2,5 Stunden nach dem Abstrich sorgte. „In Zukunft kann die Frage nicht mehr sein, ob Kulturveranstaltungen stattfinden können, sondern wie.“

Künstlerisch habe man zum 100-Jahr-Jubiläum zwei völlig verschiedene Weltwahrnehmungen in den Mittelpunkt der Überlegungen gestellt, teilte Intendant Markus Hinterhäuser mit. „Zum einen die des radikalen Individualisten - ‚Don Giovanni‘ etwa, aber auch ‚Richard III.‘, ‚Elektra‘ -, der ohne Bindung, ohne Ordnungssysteme, fast anarchisch agiert.“ Diesem zügellosen Individualismus habe man mit Luigi Nonos „Intolleranza 1960“ als Gegenmodell das Kollektiv gegenübergestellt.

Zu den 163 Aufführungen stießen heuer auch 68 Veranstaltungen im Jugendprogramm - und erneut ein umfangreiches Begleitprogramm. Dazu zählten etwa das Fest zur Festspieleröffnung, die noch laufende Landesaustellung „Großes Welttheater - - 100 Jahre Salzburger Festspiele“ oder die wissenschaftliche Reflexionen über die Festspiele. Die Besucher kamen dieses Jahr laut Festival aus 71 Nationen, auf Kulturliebhaber aus Österreich, Deutschland und der Schweiz folgten Besucher aus Frankreich, den USA, Italien, Großbritannien, Spanien und Belgien.

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