USA flogen Angriff gegen „Planer“ von IS-Anschlag in Kabul

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Die US-Armee hat in Afghanistan einen Drohnenangriff auf einen „Planer“ des regionalen Ablegers der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) geflogen. Der unbemannte Angriff sei in der Provinz Nangarhar erfolgt, ersten Hinweisen zufolge „haben wir das Ziel getötet“, erklärte Bill Urban vom US-Zentralkommando am Freitag. Der afghanische IS-Ableger hatte sich zu dem Selbstmordanschlag am Flughafen von Kabul bekannt, bei dem am Donnerstag mindestens 92 Menschen getötet wurden.

Die USA wiesen indes Berichte, wonach die Taliban den Flughafen Kabul unter ihre Kontrolle haben sollen, als „falsch“ zurück. Der Flughafen stehe weiter gänzlich unter der Kontrolle des US-Militärs, sagte der Sprecher des Pentagons, John Kirby, am Freitag. „Sie kontrollieren keines der Tore, sie kontrollieren nicht den Betrieb des Flughafens - das ist weiter unter der Kontrolle des US-Militärs“, sagte Kirby.

Zuvor hatten Berichte und Beiträge in sozialen Medien nahegelegt, die Taliban hätten an dem Flughafen inzwischen das Sagen oder stünden kurz davor. Ein Sprecher der Taliban hatte erklärt, die Radikalislamisten hätten die Kontrolle über Teile des Flughafens übernommen. Am Freitag habe das US-Militär „drei wichtige Bereiche“ im militärischen Teil des Flughafens verlassen, erklärte der Taliban-Sprecher Bilal Karimi auf Twitter. Diese Bereiche seien nun „unter der Kontrolle des Islamischen Emirats“ und nur noch „ein sehr kleiner Teil“ des Airports werde von US-Soldaten kontrolliert.

Die französische Verteidigungsministerin Florence Parly teilte im Online-Dienst Twitter mit, die am 15. August gestartete Luftbrücke sei am Abend zu Ende gegangen. „Fast 3.000 Menschen“ seien ausgeflogen worden, darunter mehr als 2.600 Afghanen. Die deutsche Bundeswehr hatte am Donnerstag ihre Rettungsflüge aus Kabul beendet, ebenso die Niederlande und Australien. An der deutschen Evakuierungsmission in Afghanistan war auch der Bundesnachrichtendienst (BND) beteiligt. Der Auslandsgeheimdienst habe bis zuletzt im äußeren Umfeld des Flughafens von Kabul gearbeitet, berichtete die „Bild“ am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise. Am Freitag beendeten auch Spanien, Schweden, Norwegen und die Schweiz ihre Evakuierungen.

Außerhalb des Flughafens in der afghanischen Hauptstadt Kabul hatte sich am Donnerstag nach US-Angaben ein Selbstmordattentäter des IS-Ablegers Provinz Khorasan (ISIS-K) in die Luft gesprengt und zahlreiche Menschen mit in den Tod gerissen, darunter 13 US-Soldaten. Laut „New York Times“ kamen bei dem Anschlag am Donnerstag insgesamt 183 Menschen ums Leben. Offizielle Zahlen sprachen von mindestens 92 Toten. Den Angaben zufolge handelt es sich bei einem Teil der Toten um US-Bürger mit afghanischen Wurzeln.


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