USA flogen Angriff gegen „Planer“ von IS-Anschlag in Kabul

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Die USA haben mit einem Vergeltungsangriff auf den tödlichen Terroranschlag in Kabul reagiert und einen örtlichen Ableger der Terrormiliz IS attackiert. Der unbemannte Luftschlag in der afghanischen Provinz Nangahar habe „einem Planer“ von ISIS-K gegolten, teilte der Sprecher des US-Zentralkommandos Centcom, Bill Urban, am Freitagabend (Ortszeit) mit. „Ersten Anzeichen zufolge haben wir das Ziel getötet. Wir wissen von keinen zivilen Opfern.“

US-Präsident Joe Biden hatte nach der blutigen Attacke von Kabul Rache geschworen. Laut „New York Times“ kamen bei dem Anschlag am Donnerstag insgesamt 183 Menschen ums Leben, darunter 13 US-Soldaten. Offizielle Zahlen sprachen von mindestens 92 Toten. Den Angaben zufolge handelt es sich bei einem Teil der Toten um US-Bürger mit afghanischen Wurzeln.“Wir werden nicht vergeben. Wir werden nicht vergessen. Wir werden euch jagen und euch dafür bezahlen lassen“, hatte Biden kurz nach dem Anschlag gesagt.

Am Freitag bekräftigte seine Sprecherin Jen Psaki die Entschlossenheit des Präsidenten: „Er hat klar gemacht, dass er nicht will, dass sie noch auf der Erde leben.“ Sie reagierte damit auf die Frage, ob Biden die Urheber der Attacke töten lassen oder vor Gericht stellen wolle. Der Präsident und das Militär hätten keinen Zweifel an ihrer Befugnis, die Terrormiliz ISIS-K anzugreifen, sagte Psaki weiter.

ISIS-Khorasan ist ein örtlicher Ableger der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Die Amerikaner sprechen von ISIS statt vom IS - daher bezeichnen sie den Zweig als ISIS-K.

Die USA wiesen indes Berichte, wonach die Taliban den Flughafen Kabul unter ihre Kontrolle haben sollen, als „falsch“ zurück. Der Flughafen stehe weiter gänzlich unter der Kontrolle des US-Militärs, sagte der Sprecher des Pentagons, John Kirby, am Freitag. „Sie kontrollieren keines der Tore, sie kontrollieren nicht den Betrieb des Flughafens - das ist weiter unter der Kontrolle des US-Militärs“, sagte Kirby.

Zuvor hatten Berichte und Beiträge in sozialen Medien nahegelegt, die Taliban hätten an dem Flughafen inzwischen das Sagen oder stünden kurz davor. Ein Sprecher der Taliban hatte erklärt, die Radikalislamisten hätten die Kontrolle über Teile des Flughafens übernommen. Am Freitag habe das US-Militär „drei wichtige Bereiche“ im militärischen Teil des Flughafens verlassen, erklärte der Taliban-Sprecher Bilal Karimi auf Twitter. Diese Bereiche seien nun „unter der Kontrolle des Islamischen Emirats“ und nur noch „ein sehr kleiner Teil“ des Airports werde von US-Soldaten kontrolliert.

Die französische Verteidigungsministerin Florence Parly teilte im Online-Dienst Twitter mit, die am 15. August gestartete Luftbrücke sei am Abend zu Ende gegangen. „Fast 3.000 Menschen“ seien ausgeflogen worden, darunter mehr als 2.600 Afghanen. Die deutsche Bundeswehr hatte am Donnerstag ihre Rettungsflüge aus Kabul beendet, ebenso die Niederlande und Australien. An der deutschen Evakuierungsmission in Afghanistan war auch der Bundesnachrichtendienst (BND) beteiligt. Der Auslandsgeheimdienst habe bis zuletzt im äußeren Umfeld des Flughafens von Kabul gearbeitet, berichtete die „Bild“ am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise. Am Freitag beendeten auch Spanien, Schweden, Norwegen und die Schweiz ihre Evakuierungen.


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