US-Militär prüft nach Luftangriff in Kabul Opferberichte

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Das US-Militär untersucht nach dem Luftangriff auf ein Auto der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Kabul Berichte über mögliche zivile Opfer. Der Einsatz habe erfolgreich eine „unmittelbare Bedrohung“ für den Flughafen Kabul durch die Terroristen abgewendet, darüber hinaus würden die Ergebnisse des Luftschlags noch geprüft, hieß es am Sonntagabend (Ortszeit) in einer Stellungnahme der US-Kommandozentrale für die Region (Centcom).

In dem zerstörten Fahrzeug habe sich „eine große Menge Sprengstoff“ befunden, „die womöglich zu weiteren Opfern führte“, hieß es. Es ist nicht klar, was passiert sein könnte und wir untersuchen das weiterhin. Wir wären sehr traurig über den möglichen Tod Unschuldiger“, hieß es in der Stellungnahme des Militärs weiter.

Zuvor hatte in Afghanistan unter anderem der Fernsehsender ArianaNews unter Berufung auf Augenzeugen berichtet, dass sechs Menschen, darunter vier Kinder, beim Einschlag einer Mörsergranate in einem Kabuler Privathaus getötet worden seien. Dabei seien zwei Fahrzeuge und Teile des Hauses zerstört worden. Es war nicht unmittelbar klar, ob diese Opfer möglicherweise einer Mörsergranate oder dem US-Luftschlag zuzurechnen waren. Der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf Angehörige in Kabul, dass bei dem Luftangriff neun Mitglieder einer Familie getötet worden seien, darunter sechs Kinder.

Am Donnerstag waren bei einem Anschlag des örtlichen Ablegers der Terrormiliz Islamischer Staat am Flughafen Kabul Dutzende Zivilisten sowie mindestens 13 US-Soldaten ums Leben gekommen. Angesichts der Lage in Afghanistan lud das US-Außenministerium zu einem virtuellen Außenminister-Gipfel am Montag ein. Die USA werden Gastgeber des Treffens „wichtiger Partner“ sein, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien sowie EU und NATO, wie das Außenministerium am Sonntag mitteilte. Bei dem Gipfel soll ein „abgestimmtes Vorgehen für die kommenden Tage und Wochen“ erörtert werden.

Der Gipfel findet einen Tag vor dem Abzug der US-Streitkräfte aus Afghanistan nach 20 Jahren Krieg und etwas mehr als zwei Wochen nach der Rückkehr der radikalislamischen Taliban an die Macht statt. Mit dem Abzug der Truppen endet am Dienstag auch die Luftbrücke, um Menschen aus dem Land am Hindukusch zu retten. Seit dem 15. August wurden etwa 114.00 Menschen aus Afghanistan ausgeflogen.


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