Große Symphoniekunst bei Salzburger Festspielen

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Die letzten Gäste der Salzburger Festspiele sind auch in diesem Jahr wieder die Berliner Philharmoniker mit ihrem Chefdirigenten Kirill Petrenko. Am Sonntagabend gaben sie das erste ihrer beiden Konzerte im Großen Festspielhaus und zeigten große Symphoniekunst von Weber, Hindemith und Schubert.

Mit eben jenem Programm haben die Berliner bereits erfolgreich ihre dritte gemeinsame Saison mit Petrenko eröffnet. Auch bei seinem Debüt auf der Berliner Waldbühne vergangene Woche hatte er diese Werke dirigiert. Die Konstellation der ersten Konzerthälfte mit Carl Maria von Webers Ouvertüre aus „Oberon“ und Paul Hindemiths „Symphonic Metamorphosis“ ist insofern interessant, weil letztere auf Themen Webers basiert. Hindemith komponierte sie in den Vierzigerjahren, als er sich im amerikanischen Exil befand. Zwar finden sich unter den vier Sätzen keine Bearbeitungen des „Oberon“, dennoch ist der vorausgegangene, verträumte Weber-Klang deutlich erkennbar.

So sanft das Solo-Horn in der Ouvertüre auch die Tür zur Weberschen Märchenwelt öffnete und das Thema sanft durchs Orchester weiterreichte, so schnell machte Petrenko klar, dass er an diesem Abend nicht nur Schuberts nach der Pause folgende „Große C-Dur-Symphonie“ groß dastehen lassen wollte. Petrenko fuhr ein schnelles Tempo, dem die Berliner Philharmoniker voller Freude folgten und das vor allem den jazzigen Zwischenpassagen in Hindemiths Metamorphosen zu lockerer Coolness verhalf.

„Leicht gefärbt und ein bisschen schärfer gemacht“, beschrieb Hindemith seine Bearbeitungen der Musik Carl Maria von Webers. Nach diesem Rezept kochte auch der Dirigent und tat es ebenso in Schuberts Symphonie. Immer mehr Fahrt ließ Petrenko das Orchester im Andante aufnehmen, schärfte nach und ließ die gesammelte Energie im Finalsatz auf das Große Festspielhaus nieder. So schloss sich der Kreis zu Webers Ouvertüre, denn der Spaß an der großen Dramatik gewann bei Petrenko phasenweise tatsächlich opernhafte Züge.

Nach genau zwei Stunden entließen Dirigent und Orchester die aufgeladene Spannung mit einem knackigen Ende ins Publikum. Das war völlig begeistert und stand klatschend und jubelnd in den Reihen. Die Rückkehr zu den Salzburger Festspielen ist gelungen. Am Montagabend beschließen Dirigent und Orchester ihren Besuch an der Salzach dann zusammen mit der Pianistin Anna Vinnitskaya und Prokofjews erstem Klavierkonzert.

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