Sparsame Shopping-Tour in der deutschen Bundesliga

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Anders als die Fußball-Topclubs aus Paris, Manchester und Madrid, die mit den Verpflichtungen von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo sowie Spekulationen um Kylian Mbappe für einen Transfersommer der Superlative sorgten, haben die deutschen Vereine bei ihren Kaderplanungen der Corona-Krise Rechnung tragen müssen. Schwindende Erlöse und die anhaltende Unsicherheit bei der Entwicklung der Zuschauerzahlen zwingen weiterhin zur Zurückhaltung.

Zwar gaben die 18 Clubs des Fußball-Oberhauses bei ihrer jüngsten Einkaufstour nach Schätzungen der Deutschen Presse-Agentur mit rund 380 Millionen Euro über 100 Millionen Euro mehr aus als im vergangenen Jahr, blieben aber noch immer weit unter der Rekordsumme in Höhe von knapp über 700 Millionen Euro aus den noch unbeschwerten Zeiten im Sommer 2019. Bei diesjährigen Transfereinnahmen in Höhe von rund 445 Mio. erwirtschafteten sie wie schon im Vorjahr sogar ein Plus.

Am meisten Geld investierte der Tabellenzweite der vergangenen Saison aus Leipzig in den Kader. Für die Verpflichtungen von Andre Silva, Josko Gvardiol, Mohamed Simakan, Benjamin Henrichs und Angelino wurden knapp 90 Mio. fällig. Allerdings fiel den Leipzigern der Griff in die Vereinskasse vergleichsweise leicht. Schließlich überwies allein der Ligakonkurrent Bayern München für Dayot Upamecano und ÖFB-Teamkicker Marcel Sabitzer fast 58 Millionen Euro. Zudem brachte der Verkauf von Ibrahima Konate an Liverpool satte 46 Millionen Euro ein. Hannes Wolf war Borussia Mönchengladbach immerhin fast 10 Mio. wert. Die „Bullen“ waren also im Plus.

Es passt zum Image der Münchner und von Borussia Dortmund als Branchenführer, dass sie sich die beiden teuersten Zugänge leisteten. Für Innenverteidiger Upamecano zahlte Bayern dem Vernehmen nach rund 43,5 Millionen Euro. Der BVB ließ sich Donyell Malen aus Eindhoven wohl rund 30 Millionen Euro kosten.

Den größten Erlös erzielte der BVB, der Dribbelkünstler Jadon Sancho für geschätzte 85 Millionen an Manchester United verkaufte. Für die meisten Schlagzeilen der Wechselperiode sorgte jedoch ein anderer Dortmunder. Dass die BVB-Bosse den mitunter unmoralischen Angeboten für Erling Haaland von angeblich über 150 Millionen Euro widerstanden, gehört zu den bemerkenswerten Aspekten des Transfersommers.


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