EU weist WHO-Kritik an Covid-Auffrischungsimpfungen zurück

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Die EU hat Kritik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an Auffrischungsimpfungen gegen Covid-19 wegen der weltweiten Ungleichverteilung des Impfstoffs zurückgewiesen. EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton sagte am Mittwoch, die EU benötige für mögliche Auffrischungsimpfungen geschätzt 300 bis 350 Millionen Impfdosen - so viel Corona-Impfstoff werde in der EU in einem Monat produziert.

„Ich verstehe die Botschaft, aber die Zahlen geben das nicht her“, sagte Breton, der für den Ausbau der Produktionskapazitäten in der EU zuständig ist. Zusammengenommen produzierten die EU und die USA 500 bis 600 Impfdosen pro Monat. Die EU exportiere zudem hunderte Millionen Impfdosen in bedürftige Länder.

Die WHO hatte die reichen Länder im August aufgefordert, auf Auffrischungsimpfungen zu verzichten, solange viele Millionen Menschen in armen Länder noch auf ihre erste Impfdosis warten. WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan sagte, Länder wie die USA, die bereits mit Auffrischungsimpfungen begonnen haben, teilten „zusätzliche Rettungswesten an Menschen“ aus, „die schon Rettungswesten haben, während wir andere Menschen ertrinken lassen“.

Die WHO hatte das Ziel formuliert, dass jedes Land bis Ende September mindestens zehn Prozent seiner Bevölkerung geimpft haben soll. Bis Ende des Jahres sollen es 40 Prozent sein und 70 Prozent bis Mitte 2022. Davon sind viele Länder noch sehr weit entfernt.

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