„Schnell und hart“: Neo-Caps-Coach Barr moderiert Umbruch

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Rundumerneuert, nach ihrem jüngsten Halbfinaleinzug aber nicht minder erfolgshungrig, nehmen die Vienna Capitals die am 17. September beginnende Saison der ICE-Liga in Angriff. Neo-Coach Dave Barr wollte sich zwar auf keine Prognose einlassen, formulierte bei einem Pressetermin am Donnerstag aber klare Ziele: „Wir wollen schnell und hart spielen und ein Team sein, gegen das es keinen Spaß macht“, sagte der Kanadier, der im Juli auf seinen Landsmann Dave Cameron gefolgt war.

Cameron hatte im Juli die Wiener nach drei Jahren verlassen, um die prestigeträchtige Funktion als U20-Teamchef in Kanada zu übernehmen. Der 60-jährige Barr wiederum, der selbst 685 Spiele in der stärksten Liga der Welt absolviert hat, war zwölf Jahre lang Assistant-Coach bei diversen NHL-Clubs. 2021 führte er Kanadas U18-Team zu WM-Gold und wird es auch bei den Caps mit zahlreichen jungen Akteuren zu tun bekommen.

„Wir sind sicher eines der jüngsten Teams der Liga“, betonte Capitals-General-Manager Franz Kalla und bezeichnete Barr als „Talente-Entwickler“, der der ideale Mann für die Fortführung des Weges sei: Dem Einbau junger Akteure ins Profiteam. 2021/22 sollen das etwa die aus dem eigenen Nachwuchs stammenden Timo Pallierer, Bernhard Posch, Patrick Antal, Armin Preiser oder Lukas Piff (je 20) sein. „Wir haben eine sehr hohe Quote an Eigenbauspielern und Österreichern, darunter zehn, die jünger als 24 Jahre sind“, freute sich Kalla. Das Durchschnittsalter beträgt 26,79 Jahre, 15 Österreicher bzw. 12 Wiener stehen im Kader.

Mit dem Kanadier Cliff Pu (23) ist selbst einer der „Imports“ unter 24, das Gros der Legionäre verfügt freilich über viel Erfahrung. Der für seinen harten Schuss gerühmte Verteidiger Shawn Lalonde (31, davor in der KHL tätig) gehört ebenso dazu wie die zuletzt in der DEL stürmenden Brody Sutter (29) und Corey Tropp (32). Jordan Caron (30, früher VSV) und Matt Neal (29, Ex-KAC) sind mit der Liga bereits vertraut. Zwei Legionärsplätze sind noch frei, „wir schauen uns ständig nach einem neuen Spieler“, um bestätigte Barr.

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Eines ist klar: „Der Kaderumbruch mit 14 Abgängen und 11 Zugängen hat sehr, sehr gewichtige sportliche Veränderungen mit sich gebracht“, wie es Kalla formulierte. Liga-Toptorjäger Ty Loney und viele andere ließen Kagran hinter sich, umso spannender fällt der Aufbruch in die neue Saison aus. Barr gab sich jedenfalls optimistisch: „Die Mannschaft ist so eng wie es nur geht.“ Eine Grundvoraussetzung für Erfolg, zumal sich dieser mit viel Aggressivität und Tempo einstellen soll. „Wir müssen die Teams zu schnelleren Entscheidungen zwingen als sie das wollen, zu Entscheidungen unter Druck“, meinte Barr.

Spannung verspricht auch die Corona-Situation, Kalla betonte, auf alle Szenarien vorbereitet zu sein. Einen Fan-Ausfall wie in der abgelaufenen Saison wünscht sich in Kagran freilich niemand, machen die Ticketeinnahmen in der 5.000er-Halle doch bis zu 40 Prozent des Gesamtbudgets aus, wie Kalla sagte. Umso größer fiel seine Freude über die Arbeit am Sponsoringsektor aus. Sämtliche Premium-Sponsoren seien gehalten, zusätzliche Sponsoren gewonnen worden. Kalla: „In einer Zeit wie dieser ist das sehr herausfordernd. Aber es zeigt, dass wir auch in einer schwierigen Zeit als Premiumprodukt gelten.“


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